Gefahr durch PFC: Blick in das Wasserwerk Rauental, das zu den Stadtwerken Rastatt gehört

Gefahr durch PFC: Blick in das Wasserwerk Rauental, das zu den Stadtwerken Rastatt gehört

Bild: © Stadtwerke Rastatt

Seit rund einem Jahr ist das Wasserwerk Rauental wieder in Betrieb, die neue effiziente Filtertechnik hat sich dabei bereits bewährt. Die Stadtwerke Rastatt haben dank einer modernen Filteranlage mit 15 Tonnen Aktivkohle über 500 Gramm per- und polyfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) aus den 1,169 Mio. Kubikmetern Brunnenwasser entfernt. "Ein halbes Kilo, das hört sich für Laien im ersten Moment nach einer sehr geringen PFC-Menge an. Aber das täuscht", kommentiert Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt. Die Anlage habe die Erwartungen des Unternehmens sogar übertroffen, die Filter würden die PFC-Rückstände sehr effizient binden – besser als in den vorausgegangenen Testläufen im Wasserwerk Niederbühl.

Die fast dreijährige Planungsphase der Anlage mit dem Technologiezentrum Wasser zahle sich jetzt aus, zeigte sich Kaspryk zufrieden. 2013 war in den Brunnenfassungen des Wasserwerks Rauental PFC gefunden worden. In der Folge hatten die Stadtwerke Rastatt die Anlage außer Betrieb genommen und komplett umgebaut. Der PFC-Skandal hatte allein bei den Stadtwerken Rastatt einen Schaden von 6,5 Mio. Euro verursacht, der Versorger hat deshalb mittlerweile Klage gegen die Firma Vogel AG eingereicht.

Regelmäßige Kontrollen

Im Moment werden im Wasserwerk Rauental rund 250 Kubikmeter Wasser pro Stunde aufbereitet; dafür waren bis Mitte März zwei der vier Aktivkohlefilter in Betrieb. Danach wurden der dritte und vierte Aktivkohlefilter ebenfalls zugeschaltet, um den Reinigungseffekt im vollen Umfang durchzuführen. Um die einwandfreie Filterwirkung sicherzustellen, kontrolliert der Wasserversorger regelmäßig das Wasser auf PFC, betont Michael Koch, Abteilungsleiter Rohrnetze und Produktion bei den Stadtwerken Rastatt. Die "volle", also verbrauchte, Aktivkohle sei jedoch zu wertvoll, um sie zu entsorgen, meint Olaf Kaspryk. Der kommunale Trinkwasserversorger eruiert deshalb derzeit Möglichkeiten, wie diese PFC-beladene Kohle in der Abwasserwirtschaft zur Reinigung in Kläranlagen hinsichtlich weiterer Spurenstoffe im Nachgang verwendet werden kann.

Durch die Inbetriebnahme des ertüchtigten Wasserwerks im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke Rastatt die volle Redundanz der Trinkwasserversorgung – also die doppelte Anbindung für eine höhere Versorgungssicherheit – wieder hergestellt. Die Kosten für den Kampf gegen PFC tragen die Verbraucher. Sowohl 2017 als auch im vergangenen Jahr waren die Stadtwerke Rastatt gezwungen, die Trinkwasserpreise zu erhöhen. Denn Investitionen in dieser Größenordnung kann ein kommunales Unternehmen nicht alleine leisten.

Problem betrifft Generatioinen

Für die Region Mittelbaden sind die PFC-Verunreinigungen von Boden und Grundwasser ein Problem, das mehrere Generationen betrifft. Die Stadtwerke Rastatt haben vor sechs Jahren diese große Verunreinigung des Grundwassers aufgedeckt. Stadtwerke-Geschäftsführer Olaf Kaspryk betont immer wieder: "Mit unserer Trinkwasseraufbereitung sanieren wir den entstandenen Schaden, den wir nicht verursacht haben. Aber es ist unsere Aufgabe, die Menschen mit bestem, einwandfreiem Trinkwasser zu versorgen und auch künftig die Lebensqualität vor Ort zu sichern." (hoe)

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