„Am Wasser kommt künftig keine Regierung mehr vorbei“, sagt OOWV-Chef und VKU-Vize Karsten Specht.

„Am Wasser kommt künftig keine Regierung mehr vorbei“, sagt OOWV-Chef und VKU-Vize Karsten Specht.

Bild: © OOWV

Fast 85 Mio. Kubikmeter Trinkwasser hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) im vergangenen Jahr abgegeben. Das geht aus dem Jahresabschluss 2020 hervor, den Vorstand und Geschäftsführung der Verbandsversammlung vorgelegt haben.

Innerhalb von neun Jahren ist der Wasserverbrauch im Versorgungsgebiet des OOWV um 8,38 Mio. Kubikmeter gestiegen. Für die Zukunft rechnet das Unternehmen mit einer weiteren Zunahme. Tendenz für die Zukunft: weiter steigend. Der OOWV reagiert auf die Entwicklungen mit einer Novellierung seines Versorgungskonzepts und sehr hohen Investitionen.

Wirtschaftswachstum und Klimawandel

„Der OOWV kennt seit seiner Gründung vor 73 Jahren keine andere Entwicklung als Wachstum“, sagt Verbandsvorsteher Sven Ambrosy. Das Tempo, in dem wirtschaftsstarke Regionen Bau- und Gewerbegebiete erschließen, gepaart mit Auswirkungen des Klimawandels, stellten jedoch für das Unternehmen eine besondere Herausforderung dar.

Denn die Förderung und Bereitstellung von Wassermengen sei an strenge Vorgaben geknüpft. Der Wasserbedarf wachse mancherorts schneller als Behörden zusätzliche Fördermengen in langjährigen Antragsverfahren prüfen und genehmigen könnten, erläutert Ambrosy die Zwickmühle.

Standortsuche für weitere Wasserwerke

Lösungen beschreibt das Wasserversorgungskonzept, das die Verbandsversammlung in ihrer Online-Sitzung mehrheitlich verabschiedet hat. Daraus hervor gehen technische Maßnahmen, wie beispielsweise der Bau zusätzlicher Leitungen und Speicher, um Wassermengen bei Bedarf besser steuern zu können. Parallel sucht der Verband nach weiteren Standorten, um zusätzliche Wasserwerke zu bauen.

Daneben strebt der OOWV eine engere Kooperation mit benachbarten Wasserversorgern an, wie sie beispielsweise mit der GEW in Wilhelmshaven oder dem Wasserwerk der Stadt Varel bereits besteht. Auch die Wiederverwendung von geklärtem und für industrielle Zwecke benötigtem Abwasser wird an geeigneten Standorten in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Hierbei handelt es sich um eine Verwendung, die nicht lebensmittelrelevant ist.

Investitionen in Millionenhöhe

Das Maßnahmenpaket werde gewaltige Investitionen in den kommenden Jahren zur Folge haben, teilt der OOWV mit. Allein im Jahr 2021 fließen rund 42,1 Mio. Euro in die Infrastruktur der Trinkwassersparte; rund 56,2 Mio. Euro sind für den Abwasserbereich vorgesehen. „Mit einer Gesamtinvestition von mehr als 90 Mio. Euro bewegen wir uns auf einem hohen Niveau“, sagt OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht. (hp)

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