Malerisch, aber sehr trocken: Taunusstein im Rheingau-Taunus-Kreis.

Malerisch, aber sehr trocken: Taunusstein im Rheingau-Taunus-Kreis.

Bild: © Kreuzschnabel/Wikipedia

„Wir hatten in den vergangenen Jahren teils sehr heiße Sommer mit langen Trockenperioden. Leider sind die Niederschläge zusätzlich kurz und heftig, sodass viel Wasser nicht versickert, sondern abläuft“, sagt Sandro Zehner, Bürgermeister von Taunusstein im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Insgesamt sinke die Eigenförderquote im ohnehin schwierigen Taunusgebirge mit seinen Kluft-Grundwasserleitern, gleichzeitig steige der Pro-Kopf-Verbrauch.

„Wir arbeiten daran, Spitzenverbräuche durch den Ausbau der Hochbehälter besser abzufangen“, so Zehner. Fakt sei aber: Die Ressource Wasser sei endlich und in heißen Zeiten ist der Bedarf in allen Kommunen des Rhein-Main-Gebiets hoch. Das bedeute, es reiche nicht, nur den Zulauf an Trinkwasser auszubauen. Entscheidend sei es, den Spitzenverbrauch zu senken.

Tagesaktuelle Veröffentlichung

Hier wollen Stadt und Stadtwerke in Zukunft stärker und transparenter sensibilisieren, wie wichtig der verantwortungsvolle Umgang mit dem kostbaren Trinkwasser sei. Ein Instrument dafür sei die jetzt gestartete Wasser-Ampel. Der Stand werde täglich auf der Startseite der Stadtwerke Taunusstein veröffentlicht:

  • Steht die Wasserampel auf Grün, ist der Wasserbrauch im durchschnittlichen Maß. Dann gibt keine Einschränkungen – vom generell verantwortungsbewussten Umgang mit Trinkwasser abgesehen.
  • Steht sie auf Gelb, gab es bereits seit mehreren Tagen einen überdurchschnittlichen Verbrauch. Der Trinkwasserverbrauch muss auf das notwendige Maß reduziert werden, also kein Autowaschen, keine Poolbefüllung oder Gebäudereinigung.
  • Ab der Stufe Rot ist beispielsweise zusätzlich die Bewässerungen von Garten und Rasen bis auf Neuanpflanzungen komplett einzustellen.
  • Die höchste Eskalationsstufe ist der Wassernotstand: Wer im Wassernotstand gegen die Vorgaben verstößt, muss mit einer Ordnungswidrigkeit bis zu 5000 Euro rechnen. Erlaubt ist dann ausschließlich der Trinkwasserverbrauch zur Körperpflege, zur Toilettenspülung und zum Trinken und Kochen. Die entsprechende Verordnung wurde 2020 vom Magistrat der Stadt Taunusstein beschlossen.

„Jeder kann einen Teil dazu beitragen, dass es nicht zum Wassernotstand kommt, indem er den eigenen Wasserverbrauch sorgsam auf den Prüfstand stellt und entsprechend dem jeweiligen Ampelstand anpasst“, so Zehner. „Die Trinkwasserversorgung in Taunusstein ist grundsätzlich gesichert. Ein voller Pool und ein grüner Rasen im Hochsommer sind allerdings Luxus, den wir uns auch in Deutschland in Zukunft nicht jederzeit werden leisten können.“ (hp)

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