Bereits seit Längerem hegen die Stadtwerke Tuttlingen (SWT) Pläne für den Bau eines neuen Wasserwerks. Schon 2015 gab es dazu Vorplanungen. In diesem Jahr geht das Vorhaben mit weiterführenden Entwurfs- und Genehmigungsplanungen in die nächste Phase. Ein konkreter Baustarttermin steht aber noch nicht fest, teilen die SWT mit. Sie versorgen rund 36.600 Menschen in Tuttlingen, Möhringen, Nendingen und Esslingen.
Ein Neubau an einem neuen Standort wird nötig, weil das bisherige Wasserwerk Riedgraben, das 1949/50 errichtet wurde, nicht mit neuer Aufbereitungstechnik nachgerüstet werden kann. Außerdem liegt es in einem Gebiet, das in den vergangenen Jahren immer wieder überschwemmt wurde. Auch Neubaugebiete im Wasserschutzgebiet könnten zu Verunreinigungen des Wassers führen. Überdies beobachten die Stadtwerke aufgrund des Klimawandels eine Veränderung des pH-Werts der Wasserqualität.
Neueste Technik
Die Aufbereitung in dem neuen Wasserwerk soll deshalb auf dem neuesten Stand der Technik durch eine Ultrafiltrationsanlage mit anschließender UV-Bestrahlung und Chlordioxid-Desinfektion erfolgen. Außerdem wird der Einbau einer Enthärtungsanlage mittels eines Schnellentkarbonisierungs-Verfahrens geprüft.
Eine solche Enthärtung hätte viele Vorteile – für die Verbraucher und für die Versorgungssicherheit. Im Tuttlinger Wassernetz gibt es zwei getrennte Kreisläufe: einen für das Fernwasser aus der Bodenseewasserversorgung und einen für das eigene Wasser. Die eigenen Quellen machen 64 Prozent der gesamten Fördermenge aus.
Förderanträge in Vorbereitung
Eine Mischung beider Wassersorten ist aufgrund der unterschiedlichen Härte derzeit nur eingeschränkt möglich, da ein abrupter Wechsel Schäden am Rohrnetz verursachen würde. Mit einer Enthärtungsanlage könnte bei einem Notfall flexibel zwischen zwischen Fern- und Eigenwasser hin- und hergeschaltet werden.
Die Investitionen für den Neubau des Wasserwerks samt Aufbereitungstechnik liegen nach Angaben der SWT bei etwa 7 Mio. Euro. Die Enthärtungsanlage würde etwa 3 Mio. Euro kosten. Ein solches Volumen können die Stadtwerke nach eigenen Angaben nicht ohne Unterstützung stemmen. Daher werden Förderungsmöglichkeiten durch das Land Baden-Württemberg geprüft und entsprechende Anträge vorbereitet. (hp)



