Die Ansiedlung der Tesla-Gigafactory in Grünheide östlich von Berlin wird weitreichende Folgen für die künftige Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in der Region haben. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung der Fabrik selbst, sondern auch um die gesamten Infrastrukturen. Ein Gutachten des CIMA Institut für Regionalwirtschaft geht von einem Zuzug von 8000 Arbeitskräften (erster Bauabschnitt) beziehungsweise 24.500 Arbeitskräften (alle vier Bauabschnitte) aus. Das stellt das brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung in seinem Konzept „Entwicklung des Umfelds der Tesla-Gigafactory“ fest.
Die Arbeitsgruppe „Wasserperspektiven östliches Berliner Umland“ des brandenburgischen Umweltministerium hat nun die Öffentlichkeit über die Konsequenzen, die sich aus dem Konzept ableiten lassen, informiert. Das Gremium warb für eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit und erläuterte die Fördermöglichkeiten durch die Strukturförder-Richtlinie des Ministeriums. Die Kommunen seien gebeten zu prüfen, ob und für welche Themen künftig stärker zusammengearbeitet werden kann, um Synergien, insbesondere bei Infrastrukturprojekten der Siedlungswasserwirtschaft, erreichen zu können, heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums.
Erschließung von Grundwasservorkommen
Die Arbeitsgruppe stellte auch die Lösungsansätze für die zukünftige Wasserver- und -entsorgung des Gewerbestandorts Freienbrink/Grünheide vor. Demnach unterstützt das Land im Rahmen eines Pilotvorhabens zur Wasserversorgung der Metropolenregion die weitergehende Erkundung und Erschließung eines Grundwasservorkommens im Raum Hangelsberg Nord. Im Erkundungskonzept werden Fragen zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wasserressource und die hohen Schutzanforderungen der Gewässer und der grundwasserabhängigen Land-Ökosysteme einen hohen Stellenwert einnehmen, heißt es weiter.
Die zukünftige Abwasserbehandlung soll durch eine Industriekläranlage südlich von Freienbrink erfolgen. Auch hier werden die hohen Gewässerschutzanforderungen eine zentrale Rolle spielen, verspricht die Arbeitsgruppe. Die Gemeinde Grünheide habe ihr grundsätzliches Einverständnis zum Standortvorschlag des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) bekundet.
Stabilisierung des Wasserhaushalts
Angesichts der spürbaren Veränderungen durch die Trockenheit der letzten drei Jahre wird sich die Arbeitsgruppe zukünftig mit weiteren Themenfeldern rund um den regionalen Wasserhaushalt befassen. Als erster Impuls hierfür wurden die kommunalen Möglichkeiten zur Stabilisierung des Wasserhaushalts thematisiert, die sich aus einer gezielten Niederschlagswasser-Bewirtschaftung ergeben.
Hierzu sind die Kommunen gebeten, ihre vorliegenden Planungen zu aktualisieren und neu zu priorisieren. Das Umweltministerium wird den Wunsch der Kommunen nach geeigneten Fördermöglichkeiten prüfen und bei der nächsten Arbeitsgruppe darstellen. Das Thema soll außerdem mit allen Kommunen des östlichen Berliner Umlands in einer eigenen Unterarbeitsgruppe behandelt werden, da seitens des Ministeriums durch eine konsequente Niederschlagsversickerung in den Kommunen erhebliche regionale Grundwasserspeisungs-Ressourcen erwartet werden.
Übersicht über Grundwasserdargebote
Abschließend stellte das Umweltministerium das Landesprojekt „Grundwasserdargebot und Bilanzierungen für das Land Brandenburg“ vor, das in Kürze zum Abschluss gebracht wird. Die Projektergebnisse werden zugleich ein wesentliches Modul des zu aktualisierenden Wasserversorgungsplans sein. Zukünftig kann hiermit eine Übersicht vorhandener Grundwasserdargebote, deren aktueller Nutzungsumfang sowie deren potenziell nutzbarer Anteil bereitgestellt werden.
In der Vergangenheit hatten die Gemeinden und kommunalen Aufgabenträger darauf aufmerksam gemacht, dass die Verfügbarkeit aktueller Datenbestände für ihre Planungen eine unverzichtbare Grundlage sind. Den unteren Wasserbehörden in den Landkreisen wird noch in diesem Jahr ein webbasiertes Modul zur Anwendung im Rahmen des wasserrechtlichen Vollzugs zur Verfügung stehen. (hp)



