Auch in Zukunft werden ausreichende Mengen an Trinkwasserressourcen verfügbar sein, denn Deutschland ist weiterhin ein wasserreiches Land. Dies dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Grundwasser in Qualität und Quantität zunehmenden Gefahren ausgesetzt ist, betont Wolf Merkel, Vorstand Wasser beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW).
„Fortschreitende Klimaveränderungen, neue Stoffe im Wasserkreislauf, aber auch digitale und gesellschaftliche Transformationen tragen in hohem Maße dazu bei, dass die Trinkwasserversorgung in Deutschland vor tiefgreifenden Wandlungsprozessen steht“, konstatiert Merkel. Als Mittel der Orientierung nehme Forschung und Wissenschaft hier eine zentrale Rolle ein, um die Wasserwirtschaft in Deutschland fit für die kommenden Jahrzehnte zu machen.
Forschungsprogramm zu Wasser
In dem Ende vergangenen Jahres gestarteten „Zukunftsprogramm Wasser“ entwickelt der DVGW gemeinsam mit Akteuren der WasserversorgungLösungen, damit auch langfristig Trinkwasser in hoher Qualität und ausreichender Menge zur Verfügung steht. Über einen Zeitraum von drei Jahren greift das Forschungsprogramm Schwerpunktthemen der künftigen Trinkwasserversorgung in Deutschland auf.
Dazu gehören beispielsweise Projekte zur Sicherstellung der Wasserqualität. Denn durch die Verwendung von Trinkwasser dürfe keine Gefahr für die Gesundheit ausgehen. Dieser Anspruch muss laut dem Branchenverband auch in Zeiten eines sich immer deutlicher zeigenden Klimawandels mit einem schnell verändernden Nutzungsverhalten und zunehmender Belastung von Wasserressourcen als oberste Prämisse gewahrt bleiben.
Potenzial von Non-Target-Analytik
Aktuelle Entwicklungen in der Aufbereitungstechnik, der Spurenanalytik und der Digitalisierung bieten hier neue Möglichkeiten und Chancen. Das Projekt QUOVADIS-LAB adressiert die künftigen Anforderungen an die Trinkwasser-Messtechnik. Insbesondere aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen wie der EU-Trinkwasser- oder der EU-Wasserrahmenrichtlinie ergeben sich komplexe Anforderungen an die Analytik.
„Sensitivität und Spezifität der Methoden rücken ebenso stärker in den Vordergrund wie der Bedarf, auch stark polare Stoffe zu untersuchen und persistente, mobile und toxische Stoffe (PMT) nachweisen zu können. Alternative Überwachungskonzepte wie die Non-Target- oder die wirkungsbezogene Analytik (WBA) bieten hier Möglichkeiten“, heißt es in der Projektbeschreibung des DVGW.
Proaktive Maßnahmen
Bis zum Ende des Jahres werden Expert:innen in diesem Forschungsvorhaben eine Roadmap der Analysentechnik entwickeln. Diese soll Wasserversorger in die Lage versetzen, sich auf neue Entwicklungen vorzubereiten und notwendige Maßnahmen zu ergreifen. (Michael Nallinger)
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