Allein die Berliner Wasserbetriebe investierten im vergangenen Jahr mehrere hundert Millionen Euro.

Allein die Berliner Wasserbetriebe investierten im vergangenen Jahr mehrere hundert Millionen Euro.

© Berliner Wasserbetriebe

Die Investitionen in die Trinkwasserversorgung haben ein neues Hoch erreicht und dürften in den Folgejahren weiter stark steigen. Das zeigt ein neuer Zahlencheck des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 4,5 Milliarden Euro investiert. Das entspricht einem Anstieg von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. In diesem Jahr könnte es Planzahlen zufolge noch deutlicher nach oben gehen. Der BDEW rechnet mit Investitionen von 5,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2029 könnte die Sechs-Milliarden-Euro-Marke geknackt werden.

Meiste Investitionen in Rohrnetze

Der Großteil der Investitionen floss im vergangenen Jahr in Rohrnetze. Der Anteil betrug etwa 62 Prozent. Es folgte der Bereich Wassergewinnung und Wasseraufbereitung (16 Prozent). Die restlichen 16 Prozent verteilen sich auf Zähler, Messgeräte, IT und sonstige Investitionen. Auf die Wasserspeicherung entfielen rund 7 Prozent der Kosten.

Die neuen Zahlen unterstreichen, wie groß der Finanzbedarf für die Wasserwirtschaft derzeit ist. Neben Instandhaltung, Erneuerung und Ausbau bestehender Anlagen und Netze investieren derzeit Wasserversorger zusätzlich in Maßnahmen zur Bewältigung der Klimaanpassung.

Berliner Wasserbetriebe mit Rekordinvestitionen

Bei einer Umfrage des Stadtwerkenetzwerks Thüga bezeichneten 79 Prozent der Unternehmen den Investitionsbedarf in die Infrastruktur als die derzeit größte Herausforderung für die Trinkwasserversorgung. Zu schaffen machen dabei vor allem häufigere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und höhere Spitzenverbräuche.

Der BDEW-Befund deckt sich zudem mit Mitteilungen einzelner Wasserversorger. So investierten die Berliner Wasserbetriebe im vergangenen Jahr so viel Geld wie noch nie. 544 Millionen Euro allein flossen in das Wassernetz. Das waren mehr als 40 Prozent des Gesamtumsatzes.

Knapp die Hälfte der Investitionen entfiel auf Sanierung, Erneuerung und Erweiterung von Rohren und Kanälen des rund 19.000 Kilometer langen Netzes. In diesem Bereich stiegen die Ausgaben um fünf Prozent auf 266 Millionen Euro.

Steigende Investitionen in Hamburg

Mit steigenden Investitionen rechnet auch Hamburgs Versorger Hamburg Wasser. Nach eigenen Angaben sollen zwischen 2025 und 2029 mehr als 1,1 Milliarden Euro in Netze, Anlagen und neue Technologien fließen.

Vor diesem Hintergrund fordert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schon länger mehr Engagement vom Bund. Auch der BDEW hält eine gesicherte Finanzierung sowie einfachere und schnellere behördliche Genehmigungsverfahren für notwendig.

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