Bernhard Klocke (GF WWW) (v.l.n.r), Dirk Waider (Vorstand GELSENWASSER), Gerhard Odenkirchen (Ministerialdirigent MULNV), Christine Elhaus (Hauptdezernentin Bez.-Reg. Arnsberg), Bernd Heinz (GF WWW), Henning Deters (Vorstand GELSENWASSER), Peter Flosbach (GF DEW21) weihen die neue Aufbereitungsanlage ein.

Bernhard Klocke (GF WWW) (v.l.n.r), Dirk Waider (Vorstand GELSENWASSER), Gerhard Odenkirchen (Ministerialdirigent MULNV), Christine Elhaus (Hauptdezernentin Bez.-Reg. Arnsberg), Bernd Heinz (GF WWW), Henning Deters (Vorstand GELSENWASSER), Peter Flosbach (GF DEW21) weihen die neue Aufbereitungsanlage ein.

© Wasserwerke Westfalen

Das Wasserwerk Witten ist das zweite von insgesamt fünf Westfalen-Werken, das seine Trinkwasseraufbereitung um weitere Reinigungsstufen ertüchtigt. So umfasst das „Schwerter Verfahren“ insgesamt sechs Schritte zur Reinigung und Nachbehandlung von Wasser. Da die Anlage in Witten bereits in den 80er Jahren auf Ozonung, Flockung und Mehrschichtfiltration umgerüstet wurde, mussten aktuell nur Elemente für drei weitere Arbeitsschritte ergänzt werden. Das erklärten die Wasserwerke Westfalen pünktlich zur Fertigstellung der Aufbereitungsanlage.

Schon vor über dreißig Jahren strebte der Versorger den neusten Stand der Technik an, denn der Standort Witten musste schon damals mit dem am stärksten belasteten Oberflächenwasser entlang der Ruhr vorlieb nehmen. Um mikrobiologische Verunreinigungen zu vermeiden, war eine „weitergehende Aufbereitungsanlage“ fast schon Pflicht. Die moderne Anlage ließen sich die Wasserwerke Westfalen 13 Mio. Euro kosten. Die Umrüstung aller fünf Werke des Unternehmens, an dem DEW 21 und Gelsenwasser beteiligt sind, wird 120 Mio. Euro verschlingen.

Aktivkohlefilter, Entsäuerung und UV-Desinfektion wurden ertüchtigt

Im Rahmen des „Schwerter Verfahrens“ kann in Witten nun die Absorption an Korn-Aktivkohle erfolgen. Dabei werden schwer biologisch abbaubaren Stoffe, wie Arzneimittel oder Pflanzenschutzmittel über den Aktivkohlefiltern gebunden und entfernt. Es folgt die physikalische Entsäuerung und schließlich die UV-Desinfektion: Statt wie bisher mit Natronlauge zu entsäuern, stellte Witten auf ein Verfahren ohne Chemikalien um. So wird das Wasser in einer Durchflussrinne mit feinperliger Luft durchsetzt. Durch die Luftbläschen wird das im Wasser enthaltene Kohlendioxid ausgetrieben und damit der pH-Wert des Wassers bis zum Kalk-Kohlesäure-Gleichgewicht angehoben. Anschließend wird das Wasser nicht chemisch, sondern ebenfalls auf physikalische Weise desinfiziert. Die UV- Bestrahlung deaktiviert am Ende der Aufbereitung eventuell noch im Wasser verbliebene einzelne Mikroorganismen und verhindert so die Verbreitung von Infektionen.

Neben Witten ist das Wasserwerk Echthausen bereits auf das erweiterte Verfahren umgestiegen. Der Standort Westhofen befindet sich seit vergangenem Jahr im Umbau, am Wasserwerk Hengsten haben die vorbereitenden Arbeiten begonnen und Halingen befindet sich noch in der Planungsphase. (ls)

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