In seiner Verbandssitzung am Mittwoch hat der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) entschieden, dass das Wasser künftig rationiert wird. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Bis 2025 soll für jedes Grundstück eine Maximalmenge Wasser pro Jahr festgelegt werden. Dabei soll vor allem die Zahl der Bewohner ausschlaggebend sein. Auch für Unternehmen im Verbandsgebiet des WSE soll es Kontingente geben, heißt es in einer Meldung des Internetportals von Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).
Mitglieder der Verbandsversammlung sind die Bürgermeister beziehungsweise Vertreter der 16 Mitgliedsgemeinden. Der WSE versorgt 170.000 Menschen mit Wasser. Im Gebiet des Wasserversorgers entsteht derzeit die Tesla-Fabrik, die etwa 1,4 Mio. Kubikmeter Wasser pro Jahr benötigt. Insgesamt liefert der Verband 11 Mio. Kubikmeter pro Jahr aus. Um die finanziellen Risiken für die Verbandsmitglieder zu begrenzen, wird laut der Märkischen Oderzeitung das Gewerbegebiet Freienbrink, in dem auch Tesla beheimatet ist, rechtlich abgetrennt.
Kein Wasser für Großrechenzentrum
Wegen der Wasserprobleme hat ein internationales Großunternehmen seine Absicht für den Bau eines Rechenzentrums aufgegeben. In mehreren Berichten war davon die Rede, dasss es sich um Google handelt. WSE soll auch sein Veto eingelegt haben. "Wir haben diskret eine Anfrage dazu erhalten und haben die abschlägig entschieden“, zitiert RBB WSE-Chef André Bähler. Die Kühlung der Einrichtung mit Wasser hätte noch einmal ca. 1,3 Mio. Kubikmeter Wasser pro Jahr benötigt.
Unklar ist noch, wie die betroffenen Bürger und Unternehmen die Entscheidung des WSE aufnehmen werden. Befürchtet werden unter anderem Klagen von Betroffenen. Auch die Frage, wie Verstöße sanktioniert werden können, ist offen.
Bilanz des Juni
Trockenheit ist in der Region schon lange ein Thema. Selbst in dem vergleichsweise regenreichen Sommer 2021 hat der WSE mit einer Trinkwasserabgabe von 1,4 Mio. Kubikmetern im Juni den Rekord aus dem Juni 2019 getoppt und den höchsten Monatsverbrauch in der Verbandsgeschichte verzeichnet. Dabei kämpft der Verband mit schwer prognostizierbaren, sprunghaft steigenden Verbräuchen.
„Unsere Netze und unsere Technik muss auf ein extrem breites Spektrum an Durchfluss ausgelegt sein. Vor allem in den Abendstunden zwischen 17 und 21 Uhr steigt der Verbrauch. Das bringt uns an unsere Leistungsgrenzen, zumal bei paralleler Betrachtung der Niederschläge deutlich wird, dass das Trinkwasser schlicht im Garten landet“, heißt es in einer Pressemitteilung des WSE. Mitglieder des WSE hatten vor allem Swimming Pools als Problemfeld ins Gespräch gebracht. (hp)



