Das Fazit des Breko zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode fällt zufriedenstellend aus, aber es gibt auch Kritikpunkte.

Das Fazit des Breko zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode fällt zufriedenstellend aus, aber es gibt auch Kritikpunkte.

Bild: © Shutter81/AdobeStock

Von Pauline Faust

Neun von zehn Glasfasernetzbetreibern sind bisher mindestens eine Kooperation eingegangen. Dabei geht es meistens um die gemeinsame Planung und Nutzung von Netzen. Der Hauptvorteil sei die höhere Netzauslastung, viele wollen auch einen Glasfaser-Doppelausbau vermeiden, berichtet der Glasfaserverband Breko in seiner aktuellen Marktanalyse.

"Wir stehen vor einer Kooperationswelle", erklärt Professor Jens Böcker, der im Auftrag der Breko die Marktanalyse erstellt hat. Zwar werde es auch Konsolidierungen geben, die Kooperationen seien aber häufiger.

Stand Juni 2025 liegt die Glasfaserausbauquote ("Homes Passed") bei 52,8 Prozent, ein Plus von rund zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. "Wir haben das Halbfinale gewonnen", sagt Breko-Präsident Norbert Westfal. Laut Prognose der Marktanalyse wird die Glasfaserausbauquote bis 2030 auf einen Wert zwischen 82 Prozent und 92 Prozent steigen. Somit würde das von der Bundesregierung angestrebte Ziel, ein flächendeckendes Netz zu haben, nach bisherigem Stand verfehlt werden.

Die Wettbewerber der Telekom, die in der Breko organisiert sind, konnten sich einen überwiegenden Teil der bisher erschlossenen Kapazitäten sichern. Sie bauten 59 Prozent des Netzes aus ("Homes Passed") und schlossen 70 Prozent aller Glasfaserkunden an ("Homes Connected"). Zudem bedienten sie 74 Prozent der aktiven Glasfaseranschlüsse ("Homes Activated"). "Die Telekom ruht sich aber nicht mehr auf traditionellen Technologien aus", ergänzt Böcker. Er erwartet, dass der Konzern deutlich nachlegen wird.

Nord-Süd-Gefälle beim Ausbau bleibt bestehen

Die Ausbauquote unterscheidet sich allerdings stark nach den Bundesländern. So beträgt die Glasfaser-Ausbauquote in Schleswig-Holstein 92,7 Prozent, gefolgt von Hamburg (90,8 Prozent), Bremen (79,7 Prozent) und Sachsen-Anhalt (70,1 Prozent). Den größten Zuwachs unter den Flächenländern schafften Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 19,2 beziehungsweise 15,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Glasfaseranschlussquote liegen Schleswig-Holstein (64,9 Prozent), Brandenburg (47,4 Prozent), Hamburg (47,3 Prozent) und Hessen (35,9 Prozent) vorn. Der Verband führt dies auf die politischen Bemühungen, aber auch unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten zurück.

Die große Herausforderung in den Ausbaugebieten ist der Anschluss von Mehrfamilienhäusern. Diese zögern oft noch wegen der Investitionskosten. "Beim geplanten Recht auf einen Glasfaser-Vollausbau muss sichergestellt sein, dass die bestehende Überbau-Problematik nicht von der Straße in die Gebäude verlängert wird", kommentiert Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. "Der Vorschlag des Digitalministeriums, bei der Glasfaser-Gebäudeverkabelung Mitnutzungsansprüche anderer Anbieter zu regulierten Entgelten einzuführen, würde zu einem erheblichen Investitionsrisiko führen und sollte deshalb schnell wieder ad acta gelegt werden."

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