Auf dem Weg aus der Kupfergesellschaft heraus macht Deutschland Fortschritte.

Auf dem Weg aus der Kupfergesellschaft heraus macht Deutschland Fortschritte.

Bild: © Animaflora PicStock/AdobeStock

Die Bundesnetzagentur hat ihren Jahresbericht Telekommunikation 2025 veröffentlicht. Er zeigt: Der Glasfaserausbau gewinnt weiter an Fahrt, während die Gesamtinvestitionen der Branche auf hohem Niveau stagnieren.

Die Telekommunikationsunternehmen in Deutschland haben demnach im Jahr 2025 rund 15,3 Milliarden Euro in Sachanlagen investiert – nahezu genauso viel wie im Vorjahr. Die Schwerpunkte blieben dabei unverändert: Glasfaser- und Mobilfunkinfrastruktur stehen weiterhin im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit.

"Die Zahlen der Bundesnetzagentur zum Glasfaserausbau bis Ende 2025 suggerieren einen ungebremsten Ausbauboom", erklärt Lisia Mix-Bieber, Leiterin Bundes- und Europapolitik beim Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko). Dieses Bild entspräche jedoch nicht der aktuellen Realität einer angespannten Marktlage aufgrund hoher Finanzierungs- und Baukosten, eines aggressiven Verdrängungswettbewerbs durch die Deutsche Telekom sowie mangelnder Investitions- und Planungssicherheit für den weiteren Ausbau.

Ein erstes Anzeichen der kritischen Lage im Glasfaserausbau ist laut Breko, dass die Investitionen der Telekom-Wettbewerber in Telekommunikationsinfrastrukturen 2025 erstmals seit zehn Jahren nicht weiter gestiegen sind. Allerdings bleibe der Anteil der Telekom bei den tatsächlich ans Glasfasernetz angeschlossenen und aktivierten Haushalten deutlich unter dem Niveau ihrer Wettbewerber. "Sollten die Investitionen der Wettbewerber in Zukunft sogar merklich zurückgehen, wird die Telekom die entstehende Lücke also nicht füllen können", schlussfolgert Mix-Bieber.

Glasfaser wächst, DSL verliert

Beim Glasfaserausbau setzt sich laut Bundesnetzagentur das starke Wachstum des Vorjahres fort. Die Zahl der aktiven Glasfaseranschlüsse – sogenannte FttH- und FttB-Anschlüsse (Fiber to the Home, Fiber to the Building) – stieg seit Ende 2024 um mehr als eine Million auf 6,4 Millionen. Rund 5,2 Millionen davon entfallen auf FttH, also Anschlüsse, bei denen auch die hausinterne Verkabelung vollständig aus Glasfaser besteht.

Die verbleibenden rund 1,2 Millionen sind FttB-Anschlüsse, bei denen die Glasfaser zwar bis ins Gebäude, nicht aber bis in die Wohnung reicht, von dort übernimmt Kupferkabel die restliche Strecke.

Der Glasfaseranteil an allen aktiven Breitbandanschlüssen im Festnetz kletterte damit von 13,7 Prozent im Jahr 2024 auf 16,5 Prozent zum Jahresende 2025. Der DSL-Anteil sank im selben Zeitraum von 61,1 auf 58,5 Prozent. Auch die Zahl der mit Glasfaser angeschlossenen Wohnungen und Gebäude – einschließlich noch nicht aktivierter Anschlüsse – wuchs spürbar: Der FttH-Wert stieg auf 7,1 Millionen (+1,6 Millionen), der FttB-Wert auf 3,3 Millionen (+0,2 Millionen).

Schnelle Anschlüsse auf dem Vormarsch

Der Trend zu höheren Bandbreiten setzt sich laut dem Bericht der Bundesnetzagentur fort. Die Zahl der stationären Internetanschlüsse mit einer maximalen Download-Geschwindigkeit von weniger als 100 Mbit/s sank im Vergleich zu 2024 von 17,1 auf 15,2 Millionen. Gleichzeitig stieg die Zahl der schnelleren Anschlüsse von 21,5 auf 23,6 Millionen. Drei Millionen davon verfügten über Maximalbandbreiten von mindestens 1000 Mbit/s – nach 2,5 Millionen im Vorjahr.

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