Von Pauline Faust
Baden-Württemberg ist laut Digitalisierungsminister Thomas Strobl (CDU) beim Glasfaserausbau schon auf der Überholspur. Nun drückt das Bundesland noch einmal auf den Turbo.
Im Digitalisierungsministerium haben am vergangenen Donnerstag insgesamt 24 Akteure, darunter kommunale Landesverbände, Telekommunikationsunternehmen, Branchenverbände, Stadtwerke und weitere Partner einen "Glasfaserpakt" unterzeichnet. Ziel sei es, in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit die Rahmenbedingungen für einen raschen und flächendeckenden Ausbau weiter zu verbessern.
"Die Zukunft des Internets kennt keine Geschwindigkeitsbegrenzung – und eine solche Zukunft ohne Tempolimit ermöglicht nur Glasfaser", erklärt Karl Peter Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Baden-Württemberg sowie Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen. Die kommunalen Unternehmen wollen sich dieser Aufgabe auch in Zukunft engagiert widmen und Glasfaseranschlüsse für Haushalte und Unternehmen errichten. "Klar ist aber auch, dass der flächendeckende Glasfaserausbau eine Gemeinschaftsaufgabe darstellt, die ein Mitwirken aller Beteiligten erfordert", so Hoffmann.
Der Pakt legt verbindliche Prinzipien für das Zusammenspiel der Akteure fest – von der Koordination eigenwirtschaftlicher und geförderter Ausbaumaßnahmen bis hin zur gemeinsamen Fortschrittsdokumentation über den neuen landesweiten "Gigabitatlas". Dieser zeigt auf, wie gut Haushalte bereits heute mit schnellem Internet versorgt sind und wo in den kommenden Jahren weiter ausgebaut wird.
Die Partner verständigen sich unter anderem auf folgende zentrale Punkte:
- Vorrang für eigenwirtschaftlichen Ausbau: Privatwirtschaftliche Projekte sind im Fokus, werden gegebenenfalls gezielt durch Fördermittel ergänzt – für einen maximal flächendeckenden Ausbau.
- Bessere Verzahnung: Öffentliche und private Vorhaben sollen künftig noch enger abgestimmt und koordiniert werden.
- Einführung eines landesweiten Gigabitatlas: Das Land schafft ein eigenes, zentrales Instrument zur transparenten Fortschrittsdokumentation des baden-württembergischen Glasfaserausbaus.
Bisherige Milliardenoffensive der Landesregierung
Seit 2016 hat Baden-Württemberg nach Angaben des Digitalministeriums mehr als 3,2 Milliarden Euro für den Glasfaserausbau zur Verfügung gestellt. Zusammen mit der Förderung des Bundes ergäbe sich ein Gesamtbetrag von rund 6,74 Milliarden.
Seit dem Jahr 2020 flößen jährlich die meisten Fördermittel des Bundes nach Baden-Württemberg. Bis heute habe das Bundesland so mehr als 3700 Projekte gefördert. Im Doppelhaushalt 2025/2026 seien weitere 1,1 Milliarden Euro für den Ausbau des schnellen Internets vorgesehen.



