Gemeinsam haben sie das Mammutprojekt Kabel 3.0 im Westerwald gestemmt: (von links) Katharina Schlag, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis, Christof Furch, Kurt Schüler, Bernd Gowitzke, Geschäftsführer der Kevag Telekom, Ulrich Botsch und Bernd Wieczorek, Evm-Vorstandsmitglied.

Gemeinsam haben sie das Mammutprojekt Kabel 3.0 im Westerwald gestemmt: (von links) Katharina Schlag, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis, Christof Furch, Kurt Schüler, Bernd Gowitzke, Geschäftsführer der Kevag Telekom, Ulrich Botsch und Bernd Wieczorek, Evm-Vorstandsmitglied.

Bild: © Foto: Evm/Ditscher

Ein Mammutprojekt im Westerwaldkreis ist beendet: Vorzeitig, nach nur fünf statt sieben Jahren Bauzeit, ist das Projekt „Kabel 3.0“ der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (Evm-Gruppe) fertig.

Bereits Ende 2017 wurde die Hauptschlagader der neuen Datenautobahn fertiggestellt, die fast den gesamten Landkreis mit Bandbreiten bis zu 300 Megabit pro Sekunde versorgt.

Sechs neue Hauptnetzknoten

Von diesen Hauptleitungen wurden die einzelnen Ortschaften nun ebenfalls an das Breitbandnetz angeschlossen. Über insgesamt sechs neue Hauptnetzknoten, den „Points of Presence“ und über 150 Glasfaserknotenpunkten, den „Fiber-Nodes“, wurde ein Hochgeschwindigkeitsnetz errichtet.

Verlegt hatten die rund 250 Kilometer Glasfaserkabel die Evm-Töchter Kevag Telekom (KTK) und Energienetze Mittelrhein (Enm).

20-Millionen-Euro-Investition

Gut 20 Millionen Euro hatte die Evm-Gruppe hier investiert. Das Vorhaben im Westerwald gilt als Vorzeigeprojekt. Exakt 158 Ortsgemeinden wurden dort an das Glasfasernetz angeschlossen.

Katharina Schlag, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis, verkündet die nächsten Pläne: „Wir treffen zurzeit Vorbereitungen, um die noch bestehenden „weißen Flecken“ zu erschließen." Das langfristige Ziel einer flächendeckenden Glasfaserversorgung für den Westerwaldkreis habe man weiter im Blick.
 
Hintergrund: frühe Anfänge der Kevag

Zum schnellen Abschluss des Projekts im Westerwaldkreis hat auch eine gute und langfristige Planung beigetragen. Bereits in den 1990er-Jahren hat die damalige Kevag begonnen, Kabelfernsehen über das sogenannte Breitbandkabel im Westerwald anzubieten.

In einem Pilotprojekt 2005 nutzte die Kevag Telekom diese Breitbandkabel, um einige Netze rund um Koblenz mit schnellem Internet zu versorgen. Mit diesem Erfahrungsschatz im Rücken startete das Unternehmen das „Projekt Kabel 3.0“ für den Westerwaldkreis.

Anlagensteuerung übers Internet

Die neue Glasfaser bringt nicht nur schnelles Internet, sondern auch eine höhere Versorgungssicherheit. Dank der hohen Bandbreiten lassen sich so künftig auch Energieerzeugungs- und Verteilungsanlagen der Enm steuern. Im Westerwald sind das beispielsweise der von der Evm vor kurzem erweiterten Windpark Höhn oder der Solarpark Hachenburg.

„Netzbetreiber müssen die Strommengen aktiv managen – verkaufen, speichern oder zukaufen, je nach Situation“, führt Evm-Vorstandsmitglied Bernd Wieczorek aus. „Das ist eine hochkomplexe technische wie logistische Angelegenheit, die bei weiterem Fortschritt der Energiewende eine intelligente Steuerung des Netzes voraussetzt“, ergänzt er. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper