Das Fazit des Breko zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode fällt zufriedenstellend aus, aber es gibt auch Kritikpunkte.

Das Fazit des Breko zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode fällt zufriedenstellend aus, aber es gibt auch Kritikpunkte.

Bild: © Shutter81/AdobeStock

PwC und WIK Consult haben im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) Eckpunkte für einen möglichst nachhaltigen Glasfaserausbau erarbeitet. Diese sollen die Grundlage für den weiteren Konsultationsprozess zu den Handlungsempfehlungen für einen ökologischen Glasfaserausbau im Rahmen der Gigabitstrategie bilden.

1. Forschung und Daten: Durch zusätzliche Forschung zu Gigabitnetzen und gezielte Erfassung von Nachhaltigkeitsparametern sollen laut den Beratungsunternehmen Wissenslücken geschlossen und Optimierungs-, Synergie- und Innovationspotentiale erschlossen werden. Wissenslücken bestünden insbesondere zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten, die über den Energieverbrauch und Emissionen hinausgehen. Ebenfalls fehle es noch an einheitlichen Daten zur Messung und Steuerung von Nachhaltigkeitsaspekten.

Standardisierung von Vorgaben soll für fairen Wettbewerb sorgen

2. Standardisierung und Vereinheitlichung von Vorgaben:  Eine weitgehende Standardisierung und Vereinheitlichung von Vorgaben (technische Indikatoren) sollen Wettbewerbsverzerrungen durch nationale Alleingänge vermeiden. Die Harmonisierung nationaler Rahmenbedingungen mit dem Zielhorizont von EU-Vorgaben erleichtere zugleich die Umsetzung sowie das dazugehörige Reporting, so PwC und WIK-Consult.

3. Unterstützung von Ansätzen der Marktteilnehmer für mehr ökologische Nachhaltigkeit: Informations- und Kommunikationskampagnen sollen die Verbreitung von Best Practice und Nachhaltigkeitsinnovationen unterstützen. Insbesondere staatliche Beratungsangebote könnten helfen, die Ansätze der Marktteilnehmer für mehr Nachhaltigkeit zu stärken.

Mehr Transparenz, weniger Zielkonflikte

4. Informationen und Transparenz:  Aktuell seien zu wenige Informationen über Nachhaltigkeitsaspekte von Errichtung und Betrieb digitaler Infrastruktur verfügbar. Das betreffe vor allem auch die Auswirkungen von Endgeräten und Nutzerverhalten der Haushalte. Informations- und Schulungsmaterial sowie Produktpässe und Siegel sollen Transparenz herzustellen und die Verbraucher:innen sensibilisieren.

5. Nachhaltigkeit und Zielkonflikte:  Während einzelne Wettbewerbsziele und marktliche Anreize zur allgemeinen Effizienzsteigerung die Nachhaltigkeit befördern können, stünden andere Ziele wie der Infrastrukturwettbewerb, die digitale Souveränität oder die Resilienz hierzu im Widerspruch.

Paralleltät von Infrastrukturen vermeiden

 6. Migration auf nachhaltige Gigabitinfrastrukturen und Nutzung von vorhandenen Infrastrukturen: Glasfasernetze und die modernste Mobilfunktechnologie sind gegenüber bisherigen Übertragungstechnologien energieeffizienter. Insbesondere bei einer Parallelität von Nichtglasfaser- und Glasfasernetzen können die ökologischen Potenziale nicht vollständig gehoben werden.

7. Frequenzpolitik und Nachhaltigkeit: Mehr Kooperation beim Mobilfunknetzausbau und -betrieb sowie eine Frequenzpolitik würden die Klima- und Umweltbilanz im Mobilfunk verbessern.

Offener Netzzugang fehlt 

8. Finanzierungsfragen: Maßnahmen zu nachhaltiger Digitalisierung können zusätzliche Kosten verursachen und zugleich die Voraussetzung für einen bedarfsgerechten Zugang zu Investitionsmitteln darstellen. Für ein angemessenes Reporting seien Wissenslücken zu schließen und Indikatoren sowie Hebel für eine nachhaltige Digitalisierung zu identifizieren.

Dem BREKO fehlen bei diesem Empfehlungen zwei Punkte: Der offene Netzzugang sei laut dem Bundesverband entscheidend, wenn es um die Vermeidung eines Doppelausbaus und damit um Ressourcenschonung geht. Open Access setze sich im deutschen Markt aktuell immer stärker durch und sollte auch als wichtige Maßnahme in die Handlungsempfehlungen einfließen.

Auf den Tiefbau kommt es an 

Darüber hinaus sei ein deutlich stärkerer Einsatz moderner Verlegemethoden wie Trenching-, Fräs- Pflug- und Bohrverfahren grundlegend, um den Glasfaserausbau deutlich schneller und ressourcenschonender zu machen. Die Normierung einiger solcher Verfahren in der DIN 18220 sei ein wichtiger erster Schritt gewesen. Entscheidend sei laut BREKO nun aber die Anwendung in der Verwaltungspraxis vor Ort und sollte deshalb in die Handlungsempfehlungen aufgenommen werden. (lm)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper