"Wir haben in den vergangenen Monaten fünf sogenannte Gateways intensiv im Kieler Innenstadtbereich getestet. Diese ‘Datensammler’ haben wir mit einem Kieler Partner extra für den Outdoor-Bereich entwickelt und erzielen so eine optimale Netzabdeckung." erklärt Tobias Zuckschwerdt, Geschäftsführer der Netzgesellschaft der Stadtwerke Kiel AG.
Nun werde man damit starten, weitere Gateways im Kieler Stadtgebiet sukzessive zu installieren, um zukünftig eine flächendeckende Netzabdeckung in Kiel anzubieten.
Erfolgreiche Tests in den Sparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme
Die Funktechnologie ermöglicht den Einsatz von energiesparender, batteriebetriebener Sensorik, die eine lange Verweildauer im Netz erlaubt. Die Stadtwerke Kiel prüften das LoRa-WAN unter anderem in den Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetzen, um Statusinformationen aus den technischen Anlagen und Betriebsmitteln zu sammeln, zu übertragen und auszuwerten.
Dies soll künftig zusätzlich zu den von den Mitarbeitern durchgeführten Instandhaltungsarbeiten geschehen. "Unser Pilotprojekt, umgesetzt durch unsere Netzgesellschaft, ist ein voller Erfolg und wir konnten die eigens entwickelte industrietaugliche Sensorik mit geringem Aufwand in bestehende Anlagen integrieren", erläutert Jörg Teupen, Vorstand Technik und Personal.
Einsatzgebiet Fernwärme:
Die Datenübertragung funktioniert verschlüsselt und wird in einer gesicherten Serverumgebung ausgewertet. Weiterer Vorteil dieser Übertragungstechnik für einfache Signale sind die günstigen und einfach zu installierenden Sensoren.
Beispielsweise installierte das Unternehmen entsprechende Sensorik in Fernwärmebauwerken, um eingetretenes Wasser zu erkennen oder die Temperatur der Transformatoren in Netzstationen zu überwachen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.
So entwickelt die Netzgesellschaft derzeit Sensoren für das LoRa-WAN, um die Vor- und Rücklauftemperaturen der Fernwärme zu messen sowie Fremdwassereintrag in das Fernwärmenetz zu erkennen.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten:
Die passgenaue Sensorik, die die Stadtwerke mit ihrem Entwicklungspartner, der Firma Walter Tecyard, ausgearbeitet haben, ist vor allem für den Einsatz in Anlagen der Energieverteilung gedacht. Möglich sei ihr Einsatz aber auch für kommunale Anwendungen, beispielsweise um den Füllstand von Müllcontainern oder Abwasserkanälen zu überwachen.
"Parallel zu unseren eigenen Einsatzgebieten konnten wir unter anderem mit der KVG das Monitoring des Stromverbrauches der Hybridbusse umsetzen. Jetzt arbeiten wir ein konkretes Dienstleistungsmodell aus, um Anfang 2019 die Nutzung dieser Infrastruktur auch anderen interessierten Unternehmen anbieten zu können", sagt Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Frank Meier. (sg)



