Rems-Murr Telekommunikationsgesellschaft GmbH – so heißt die Firma, die in Waiblingen mit dem Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes beauftragt wird. "Die Daten werden mehr werden, und es ist wichtig, dass die Kommunen manche Schlüsselinfrastrukturen in den eigenen Händen behalten", kommeniert der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky gegenüber den Stuttgarter Nachrichten diese strategische kommunale Entscheidung. 51 Prozent der laut Finanznachrichten am 2. August gegründeten Gesellschaft liegen bei den Waiblinger Stadtwerken, 49 Prozent bei der zum EnBW-Konzern gehörenden Netze BW.
Wie Netze BW mitteilt, sind noch juristische Fragen zu klären, bevor die neue Gesellschaft wirklich an den Start gehen kann. Sie wird dann offenbar den Stadtwerken Waiblingen als Tochterunternehmen zugeordnet. Es stehe weiteren aber weiteren Städten und Gemeinden offen, Anteile zu erwerben, wie Waiblingen Oberbürgermeister mitteilt: "Wir haben die Gesellschaft bewusst so angelegt, dass auch andere Kommunen, die selbst investieren wollen, einsteigen können." Es gebe allerdings eine Sperrklausel, nach der die Mehrheit stets in kommunaler Hand bleiben müsse.
Nicht exklusiv mit der Telekom
Auch nach Gründung der neuen Gesellschaft wird Waiblingen übrigens im Zweckverband „Breitbandausbau Rems-Murr“ verbleiben. Hesky erläutert, dass man sich aber zusätzlich die Möglichkeit offenhalte, selbst zu investieren. Erst Anfang des Jahres hatte sich die Stadt Waiblingen dazu entschieden, diesem Zweckverband beizutreten. Zunächst hatte Waiblingen nach Angaben der Stuttgarter Nachrichten eine Mitgliedschaft in dem Zweckverband abgelehnt, da die Stadt sich dadurch verpflichtet gesehen hätte, ausschließlich mit der Deutschen Telekom zu kooperieren.
Dies bedeutet aber nicht, dass es in Waiblingen generelle Vorbehalte gegen die Telekom gäbe. Wie Oberbürgermeister Hesky mitteilt, hat das Waiblinger Rathaus auch dem bonner Kommunikationsriesen das Angebot gemacht, eine gemeinsame Telekommunikationsgesellschaft zu gründen. Aber diese, so Waiblinger Oberbürgermeister, habe sich "solch eine Kooperation nicht vorstellen können". Die Kosten für den Zweckverband "Breitbandausbau Rems-Murr" übernimmt der gleichnamige Landkreis. (sig)



