Einbau des einmillionsten Smart Meter bei Eon.

Einbau des einmillionsten Smart Meter bei Eon.

Bild: © LEW/Daniel Föst

Eon hat nach eigenen Angaben als erstes Energieunternehmen in Deutschland die Marke von einer Million installierter Smart Meter erreicht. Das millionste intelligente Messsystem wurde von der LEW Verteilnetz bei einer Kundin nahe Augsburg eingebaut. Der Konzern sieht sich damit beim Rollout intelligenter Messsysteme in einer führenden Position.

Durchschnittliche Rollout-Quote von 30 Prozent

Nach Unternehmensangaben lag die Ausstattungsquote beim Pflichtrollout in den Eon-Netzgebieten bis Ende 2025 im Schnitt bei 30 Prozent. Fast jeder zweite in Deutschland installierte Smart Meter befinde sich damit in einem Netzgebiet des Konzerns, obwohl Eon nur rund ein Viertel der Messstellen verantworte. In den kommenden Jahren sollen jährlich rund 500.000 weitere intelligente Messsysteme hinzukommen.

Thomas König, Vorstand für Energienetze bei Eon, verknüpft den Meilenstein mit einer Forderung an die Politik. "Eon liefert – auch unter schwierigen regulatorischen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine Million installierte Smart Meter sind für uns ein klarer Auftrag für die Zukunft", sagt er. Der Rollout solle weiter vorangetrieben werden, vor allem dort, wo intelligente Messsysteme einen besonderen Nutzen stiften. König nennt dabei Wärmepumpen, Wallboxen, Batteriespeicher, Photovoltaikanlagen und andere flexible Verbraucher. Zugleich mahnt er Vereinfachungen an: "Der Smart Meter Rollout in Deutschland muss dringend vereinfacht und beschleunigt werden – das hilft dem Netz und unseren Kunden."

Gestuftes Vorgehen beim Rollout

Vorstand Thomas König sprach sich zwar perspektivisch dafür aus, dass am Ende alle Kundinnen und Kunden mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet werden. Kurzfristig hält er jedoch am gestuften Vorgehen fest. Aus seiner Sicht ist es sinnvoll, zunächst dort auszurollen, wo der Nutzen besonders hoch ist, etwa bei größeren Verbrauchern sowie bei Haushalten mit Wärmepumpe, Wallbox, Batteriespeicher oder Photovoltaikanlage. Bei kleinen Verbrauchern rechne sich der Einbau aus heutiger Sicht oft noch nicht, weil die Einsparpotenziale geringer seien als die Kosten für die Technik. Perspektivisch könnten sinkende Kosten aber auch dort einen breiteren Rollout sinnvoll machen.

Seitenhieb auf wettbewerblichen Messstellenbetrieb

Deutlich wurde König auch bei der Rolle der wettbewerblichen Messstellenbetreiber. Zwar gibt es neben den grundzuständigen Anbietern seit Jahren die Möglichkeit für wettbewerbliche Modelle. Deren tatsächliche Bedeutung für den Hochlauf des Rollouts ordnet König aber zurückhaltend ein.

Zwar gebe es seit der Novelle mehr Bewegung im Markt. Für das Erreichen der Rolloutziele in Deutschland spielten wettbewerbliche Messstellenbetreiber bislang aber "keine Rolle", sagte der König. Als Beleg nannte er einen Anteil von rund fünf Prozent in den eigenen Netzgebieten und fügte hinzu, "Lautstärke und tatsächliche Rolloutleistung" stünden bisher nicht im richtigen Verhältnis.

Eon hingegen unterstütze die Branche durch Pionierarbeit, indem man gemeinsam mit den Herstellern nach den besten Lösungen suche. "Oft sind wir die Ersten, die neue Technik im Labor und im Feld testen", so König.

Europäischer Vergleich

Der Verweis auf den deutschen Rückstand im europäischen Vergleich gehört seit Jahren zu den Konstanten in der Debatte um den Smart-Meter-Rollout. Eon beziffert den Anteil intelligenter Messsysteme in Deutschland auf 3,8 Prozent und verweist auf einen europäischen Durchschnitt von mehr als 60 Prozent. Als Beispiel nennt der Konzern Schweden. Dort sei der Rollout der zweiten Generation inzwischen nahezu flächendeckend abgeschlossen. Erst ein erfolgreicher Rollout erschließe das volle Potenzial für Netzstabilität, Kundenvorteile und das Gelingen der Energiewende, heißt es weiter.

Damit nutzt Eon den Meilenstein auch für eine energiepolitische Botschaft. Der Konzern wirbt für Kontinuität beim eingeschlagenen Kurs, für weniger Komplexität und gegen neue Grundsatzdebatten über Rollenmodelle, zusätzliche Anforderungen oder weitere Verschärfungen beim Sicherheitsniveau. Aus Sicht von Eon braucht der Smart-Meter-Rollout nun vor allem Stabilität in den Rahmenbedingungen.

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