Dominik Schwärzel, CEO der Wilken Software-Group, stellt GY am 11. Februar um 16 Uhr auf der E-world auf dem Messestand vor.

Dominik Schwärzel, CEO der Wilken Software-Group, stellt GY am 11. Februar um 16 Uhr auf der E-world auf dem Messestand vor.

Bild: © Wilken Software Group

Herr Schwärzel, am 11. Februar ist es soweit und die Wilken Software Group wird den Schleier zum Projekt Lighthouse lüften. Schon jetzt findet man in der Firmenzentrale in Ulm zahlreiche Andeutungen zur neuen Marke. So taucht dort zum Beispiel die Zahl 500.000.000.000 auf. Was hat es damit auf sich?
Die Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland hat 2022 die Umsatzmarke von 500 Milliarden Euro überschritten. Die Zahl haben wir herausgegriffen, um die Verantwortung aufzuzeigen, die die Wilken Software Group wie auch andere Anbieter für Lösungen für betriebswirtschaftliche Prozesse in der deutschen Energiewirtschaft tragen. Wir nennen dies die 500-Milliarden-Verantwortung.

Die Branche ist Teil der kritischen Infrastruktur und eine zentrale Säule unserer Gesellschaft. Damit geht es um die gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung, die insbesondere auch das Gelingen der Energie- und Wärmewende umfasst. Vor diesem Hintergrund haben wir uns für die 500-Milliarden-Verantwortung als Leitgedanken für unsere Arbeit entschieden. So ist die Entwicklung unserer Cloud-Native Komplettlösung für die Energiewirtschaft zunächst unter dem Namen „Projekt Lighthouse“ gestartet – und als Ergebnis stellen wir jetzt unsere neue, starke Marke GY vor.

Für uns steht im Mittelpunkt, der deutschen Energiewirtschaft Lösungen bereitzustellen, einen Weg in die Zukunft aufzuzeigen und die Herausforderungen von Übermorgen schon jetzt mitzudenken und anzugehen.

 

Was verändert sich mit der neuen Lösung. Wie darf man sich GY vorstellen, welche Vorteile bieten sich dadurch?
Zuerst: GY ist für uns eine Denkweise und ein umfassendes Ökosystem, das weit mehr als nur die Lösungen der Wilken Software Group umfasst. Denn nur gemeinsam ist die erforderliche Transformation und Weiterentwicklung der Unternehmen in der Versorgungswirtschaft zu bewältigen. Und dann ist GY auch ein Produkt, das wir von Grund auf neu entwickelt haben. Dabei stehen höchste Prozessautomatisierung und Skalierbarkeit im Vordergrund. Die Stichworte sind Lösungsintelligenz und Best-Practice-Prozesse sowie wirkliche Prozesskostenreduzierung. Eine klare Zielrichtung für die Anwender lautet: Vom Sachbearbeiter zum Prozessüberwacher. Nur so werden wir den Fachkräftemangel bewältigen.

Dank der durchgängigen Standardisierung werden GY-Umgebungen und -Anwendungen immer aktuell und ohne aufwändige Projekte auf neue regulatorische Vorgaben abgestimmt sein. Indem einzelne Technologiekomponenten in kürzester Zeit ausgetauscht werden können, stellen wir sicher, dass GY auch noch in zehn Jahren den Anforderungen des Marktes entspricht.

In Sachen Skalierbarkeit geht es uns nicht nur um die Möglichkeit, Millionen Endkundenverträge abzurechnen: Ohne große Aufwendungen und langwierige Beratungsprojekte versetzt GY unsere Kunden in die Lage, zu wachsen. Binnen Minuten lassen sich technische Umgebungen für neue Geschäftsmodelle ressourcenschonend umsetzen: Integrierte Schnittstellen und ein eigener Produktdesigner sorgen für schnelle Go-to-Market-Strategien und reduzieren die Cost-to-Aquire (CTA) auf ein Minimum.

Mit GY wollen Sie sich nicht nur technologisch verändern, sondern auch organisatorisch und in der Zusammenarbeit mit Ihren Kunden. Könnten Sie das genauer erklären?
Die Anforderungen des Marktes verändern sich immer schneller, gleichzeitig werden die Systemlandschaften unserer Kunden immer komplexer. Um hier schlagkräftig zu bleiben, reicht es nicht, fertige Anwendungen zur Verfügung zu stellen und auf das Feedback der Kunden zu warten. Stattdessen setzen wir auf agile Entwicklungsmethoden, die laufend Kundenfeedback einholen und umsetzen.

Zusätzlich bauen wir derzeit die Wilken Community auf. Sie bietet den Kunden eine Plattform, sich laufend mit uns und untereinander auszutauschen. Zum Beispiel über neue Regulatorik und deren Umsetzung. Auch unser Gremienkonzept mit Online- und Live-Veranstaltungen ist Teil des Community-Ansatzes. Das Feedback unserer Kunden zu diesem Vorgehen fällt sehr positiv aus, da sie im eng getakteten Arbeitsalltag oft keine Gelegenheit zum Austausch haben.

Unsere Kunden brauchen Zeit zur Entwicklung von Strategien, sei es für neue Geschäftsmodelle wie auch Strategien zur Bewältigung von Fachkräftemangel, zum Entwickeln von Differenzierungspotentialen oder auch um ihre Unternehmensorganisationen neu auszurichten. Mit GY wollen wir diesen Freiraum schaffen. Hier sind Automatisierung und Lösungsintelligenz die Schlagworte der Zukunft.

Zum GY-Universum werden auch künftig Partnerunternehmen gehören, wer sind die Partner aktuell und welche Lösungen werden damit an das System angebunden?
Klassische ERP-basierte Lösungen, die alle Funktionalitäten in einem System abbilden, sind meist unflexibel und lassen sich nur mit einem enormen Kraftakt an die dynamischen Anforderungen des Markts anpassen. GY geht neue Wege, indem es unser stabiles und sicheres Kernsystem über standardisierte Schnittstellen mit einem flexiblen „Ökosystem“ von Apps und Partnerlösungen verbindet. Diese Kombination ist entscheidend, um den Innovationsdruck zum Beispiel mit fortlaufend neuen Geschäftsmodellen zuverlässig zu bewältigen.

Bei unseren Partnern handelt es sich zum Start um wenige ausgewählte Unternehmen mit ausgewiesener Expertise in ihrem Bereich. Wir haben diese als „Certified Partner“ im Sinne einer langfristigen Perspektive mit gemeinsamer Vision in GY integriert. Dazu gehören Markt- und Technologieführer wie die Kisters AG im Bereich Energiedatenmanagement, die Conuti GmbH in der Marktkommunikation oder die Epilot GmbH mit ihrem Fokus auf der End-to-End-Digitalisierung von XRM-Prozessen.

Sind bereits erste Kunden damit gestartet? Wann sind die ersten Livegänge geplant?
Die Marktreife von GY und die Bereitschaft der Lösung für den Markt haben wir in erfolgreichen Pilotprojekten in den letzten Monaten – damals noch unter dem Namen Projekt Lighthouse – unter Beweis gestellt. Auf der Fachmesse E-world stellen wir GY erstmals dem Publikum vor und läuten den offiziellen Marktstart ein. In vertrieblicher Hinsicht ist unsere Pipeline für GY bereits gut gefüllt und nach der Messe gehen wir mit unseren ersten Kunden in die Detailplanung.

Das Interview führte Stephanie Gust

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