Von Stephanie Gust
Während das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Branche zu Halloween mit der vereinfachten sicheren Lieferkette beschenkt hatte, zieht jetzt die Bundesnetzagentur zum Nikolaustag nach und verschiebt den stark in die Kritik geratenen Termin für das Inkrafttreten des Lieferantenwechsels binnen 24 Stunden auf 6. Juni 2025.
Man habe die aus den Marktrückmeldungen gewonnenen Erkenntnisse "kritisch gewürdigt", schreibt die Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur in einer Mitteilung vom Freitag.
Moderate Verschiebung von zwei Monaten
Demnach hätten viele Marktakteure in ihrer Stellungnahme angebracht, dass die dafür nötige Software erst Mitte des ersten Quartals 2025 ausgeliefert werden könne. Da die Implementierungs- und Testphase damit sehr knapp sei, würden einige Vorgaben nicht zum Stichtag des 4. April 2025 gehalten werden können. Die Beschlusskammer hat sich daher für eine moderate Verschiebung von zwei Monaten entschieden.
Die Beschlusskammer betont jedoch, dass sie nun alle betroffenen Akteure – Netzbetreiber, Lieferanten und insbesondere auch Software-Lieferanten – in der Pflicht sehe, "die nun verbleibende Zeit mit allen zur Verfügung stehenden Kräften nutzen werden, um zum 6. Juni alle erforderlichen Prozesse lauffähig zu implementieren", heißt es weiter.
Hintergrund
Besonders im SAP-Umfeld waren Zweifel zur Einhaltung des Termins laut geworden (die ZfK berichtete): In einer Kurzumfrage der DSAG, die deutschsprachige SAP Anwendergruppe, verneinten knapp 90 Prozent der von der DSAG befragten 160 Unternehmen, dass sie zum Stichtag 4. April 2025 eine qualitativ hochwertige Umsetzung des LFW24 sicherstellen können.
Doch auch Anbieter, welche die fristgerechte Auslieferung der Software garantieren konnten, – darunter Cortility, die eine eigene Lösung für den LF-24 entwickelt hatten – machten sich für eine Verschiebung stark. Ähnlich äußerte sich der der Edna-Bundesverband, dessen Mitglieder zwar nach eigenen Angaben ebenfalls startklar sind, aber eine Verschiebung sogar bis zum 1. Juli empfohlen – also einen Monat länger.



