Liechtensteins Regierungschef Adrian Hasler hat vor gut einer Woche an der Universität des Fürstentums Eckpfeiler eines Gesetzes vorgestellt, das der Blockchain-Technologie einen sicheren rechtlichen Rahmen geben soll. Dies berichtet sowohl die fürstliche Regierung als auch die dortige Zeitung "Vaterland".
Demnach legt Liechtenstein in Sachen Blockchain einen gesetzgeberischen Alleingang hin und dürfte sich damit insoweit in eine weltweite Spitzenposition bringen. Sie wartet also nicht auf das Nachbarland Schweiz. Dort soll eine Arbeitsgruppe des Bundes erst Ende des Jahres einen Bericht über rechtliche Aspekte vorlegen. Aber auch in Liechtenstein gibt es noch keinen fertigen Gesetzentwurf.
"Hunderte" Firmen bereits da
Das Steuerparadies hat mit dem Fall des Bankgeheimnisses in der Finanzbranche Federn gelassen und hält Ausschau nach neuen Ansiedlungsfaktoren. In Sachen Blockchain ziehen, Banken, der Regulierer und die Regierung an einem Strang, so die Zeitung. Hunderte Blockchain-Firmen hätten sich bereits in dem 37.000-Einwohner-Staat angesiedelt. Hinzu kommt als gründerfreundlicher Wettbewerbsfaktor, gerade gegenüber der Schweiz, das Fehlen einer Quellensteuer, erfuhr die ZfK aus Blockchain-Kreisen.
Erklärtes Ziel ist es, seriösen Blockchain-Unternehmen einen sicheren Rechtsrahmen zu geben, unseriöse abzuschrecken und das digitale Geschäft mit dem Verbraucherschutz zu vereinbaren.
Smart Contracts, Tokens, Coins
Es geht beispielsweise um die Wirksamkeit, Regulierung und Vollstreckbarkeit von
- Smart Contracts, also von automatisch ausführbaren digitalen Verträgen, die in eine Blockchain geschrieben worden sind,
- Tokens – das sind digitale, handelbare Rechte an den Vermögenswerten einer Blockchain ähnlich wie eine stille Teilhaberschaft. Man spricht von der "Tokenisierung" von Branchen durch Blockchains,
- digitalen Unternehmensgründungen in Form von "Initial Coin Offerings" (ICOs),
- Zahlungen in Kryptowährungen wie Etherum oder Bitcoin. (geo)



