Die Kunden und Gesellschafter der Endica GmbH sind ready for Rollout.

Die Kunden und Gesellschafter der Endica GmbH sind ready for Rollout.

Bild: © co.met

Die Dena setzt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) den Start-up Energy Transition (SET) Hub als Drehkreuz für Energie-Startups um. Dieser soll Startups Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle und Lösungen für die Energiewende bieten.

Im Rahmen der SET Pilots werden Pilotierungsprojekte durchgeführt, dabei wird ein Erprobungs- und Umsetzungsraum geboten, der die technologische Weiterentwicklung im Kontext der Digitalisierung der Energiewende zum Ziel hat. Der Fokus wird besonders auf Kompetenzen von Startups gelegt, um Innovationen unter Nutzung der intelligenten Messsysteme (Smart Meter) in allen Anwendungsbereichen des Energiesektors voranzutreiben.

Darum geht es im ersten SET Hub Piloten

Im ersten Piloten des SET Hubs wird eine Anwendung zur Stärkung der Smart Meter Gateway (SMGW)-Umgebung als zentrale, sichere und standardisierte Kommunikationseinheit des digitalisierten Energiesystems entwickelt. Die Pilotierung soll die Akzeptanz erhöhen und die Verwendung intelligenter Messsysteme für externe Marktteilnehmer erleichtern.

Folgende Ziele wurden im Einzelnen formuliert:

  • Testen des Datenübertragungsprozesses vom SMGW an den EMT, mit verschiedenen Messstellenbetreibern, sowie die Dokumentation des Prozesses und daraus abgeleiteten Empfehlungen in Form einer Blaupause.
  • Entwicklung einer Anwendung für die Visualisierung von Stromverbrauchsdaten. Dabei sollte besonders auf eine nutzerfreundliche Umsetzung im Sinne einer leichten Implementierung der Anwendung mittels App oder Web-Tool sowie einer intuitiven Bedienung geachtet werden.
  • Entwicklung einer auf der Visualisierung aufbauenden (Mehrwert-)Anwendung
  • Testphase: Erprobung der Datenübermittlung vom iMS und Datenvisualisierung mit verschiedenen Benutzergruppen inkl. Nutzerbefragung.
  • Zusammenfassung aller Ergebnisse in einem Abschlussbericht.

Die Projektpartner

Mit der Realisierung des ersten SET Hub Pilot-Projekts wurde die Bietergemeinschaft der Zentur.io GmbH und der Mako365 GmbH beauftragt. Zentur.io ist ein Anbieter von Software-as-a-Service-Lösungen für Fernwärmeversorger und unterstützt diese bei der Umstellung auf nachhaltige und digitale Fernwärmenetze. Die Plattform bietet ein hohes Maß an Transparenz für Verbraucher und ermöglicht eine effizientere Betriebsführung der Netze. Die Services umfassen die herstellerunabhängige Zähleranbindung, Datenbereinigung, Kundenportale und Analysen zur Betriebsoptimierung.

Die Mako365 GmbH ist ein Full-Service-Dienstleister für energiewirtschaftliche Prozesse und Marktkommunikation. Darüber hinaus berät die Mako365 zu Softwarelösungen für die Energiewirtschaft, betreibt diese und entwickelt zusammen mit der Schwestergesellschaft Mako Software GmbH eine Software-as-a-Service-Lösung für die Energiewirtschaft – im Speziellen für die neue Rolle Energieserviceanbieter.

Das Projekt wurde zu Beginn mit den Messtellenbetreibern Hausheld AG, Wattline GmbH und Enpal GmbH erprobt, im späteren Projektverlauf kamen die metiundo GmbH, die Netze BW GmbH und die E.DIS AG hinzu. Für den Fernwärmebereich hat außerdem die Iqony Fernwärme GmbH Daten zur Verfügung gestellt.

Drei weitere Piloten werden im Zuge des SET Pilots im Themengebiet der intelligenten Messsysteme umgesetzt: Der zweite SET Pilot beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Steuerung von Anlagen über das Smart Meter Gateway zur Nutzung von Flexibilitäten im System. Zudem wird im dritten Piloten ein Softwareplanungstool zur Unterstützung des Rollout-Prozesses für MSB entwickelt. Im vierten Pilotprojekt wird das Thema Künstliche Intelligenz (KI) aufgegriffen, indem ein auf KI basierender Steuerungsalgorithmus für die Gebäudetechnik in Nichtwohngebäuden entwickelt und erprobt wird.

Ergebnisse

Der veröffentlichte Ergebnisbericht  des „SET Pilot 1: Von Daten zum Mehrwert“ soll wichtige Impulse und konkrete Handlungsempfehlungen für zwei Bereiche liefern. Zum einen für die Analyse und Optimierung des Datenbereitstellungsprozesses und zum anderen für die Entwicklung nutzerfreundlicher Visualisierungen von Endverbräuchen und dynamischen Tarifmodellen.

„Das Pilotvorhaben hat gezeigt, dass intelligente Messsysteme eine Schlüsseltechnologie für eine datenbasierte und zuverlässige Zukunft des Energiesystems darstellen", sagt Philipp Richard, Bereichsleiter Digitale Technologien & Start-up-Ökosystem. Und weiter: "Eine zeitlich parallel zum Rollout erfolgende Entwicklung systemdienlicher Softwarelösungen ist jedoch ebenso entscheidend, um die Potenziale dieser Technologie voll auszuschöpfen.“  

Optimierung der Datenbereitstellung notwendig

Den Ergebnissen des Berichts nach muss die Prozesssicherheit für alle Marktteilnehmer erhöht werden. Die verzögerte Umsetzung von standardisierten Prozessen zum Datentausch führt zu ineffizienten Einzellösungen, die den Aufwand für digitale Interoperabilität weiter erhöhen. Hier sind ein verbessertes Monitoring und ein schnelleres Eingreifen bei festgestellten Zuwiderhandlungen zu empfehlen.

Darüber hinaus ist eine zeitnahe Datenbereitstellung erforderlich, um den Verbrauchern dynamische Anwendungen und die Live-Überwachung von Verbrauchsdaten zu ermöglichen. Die direkte Datenabfrage über das Smart Meter Gateway und die Einführung eines Messproduktes mit viertelstündlicher Datenerfassung sind technisch möglich und empfehlenswert, heißt es. Schließlich sei auch die Digitalisierung des Berechtigungsmanagements notwendig, um das aufwändige Einholen von Zustimmungen zur Datenübertragung zu vereinfachen und die Effizienz zu steigern.

Nutzen für den Endkunden maximieren

Die Ergebnisse des Piloten zeigen zudem den Bedarf an zeitnahen und leicht zugänglichen, digitalen Visualisierungsformen für die Daten wie Messstellen- und Verbrauchsdaten. Insbesondere komplexe Energieverbrauchsdaten könnten durch intuitive Visualisierungen besser dargestellt und verstanden werden. Die Entwicklung geeigneter Standards stellt somit eine wichtige Hilfestellung für die Verbraucher dar.

Darüber hinaus sollte die Weiterentwicklung dynamischer Tarife auch für den Wärmebereich stärker in den Fokus rücken. Ein dynamischer Fernwärmetarif sollte unter Berücksichtigung der Verbraucherakzeptanz und der Klärung der regulatorischen Rahmenbedingungen weiter erprobt werden.

Schließlich ist eine Anpassung der Marktkommunikation für spartenübergreifende intelligente Messsysteme (iMS) erforderlich. Die Integration von Multi-Sparten-Messungen in SMGWs stellt neue Anforderungen an die Marktkommunikation, für die ein entsprechender regulatorischer Rahmen zu erarbeiten ist, heißt es weiter. (sg)

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden (externer Link).

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