Whitelabel-Produkte erlauben es Stadtwerken, Energiemanagementsysteme unter ihrem eigenen Namen zu vermarkten und zu verkaufen.

Whitelabel-Produkte erlauben es Stadtwerken, Energiemanagementsysteme unter ihrem eigenen Namen zu vermarkten und zu verkaufen.

Bild: © SmartInfra

Von Stephanie Gust

Die Einführung eines Energiemanagementsystems gilt in vielen Stadtwerken als aufwendig, technisch anspruchsvoll und personell kaum leistbar. Dabei ist das Einsparpotenzial erheblich – und der Gesetzgeber erhöht mit dem neuen Energieeffizienzgesetz den Druck auf Unternehmen und Kommunen. Mit "Qzero" bietet Smartinfra aus Neumünster nun eine Lösung, die Energiemanagement praxistauglich, förderfähig und wirtschaftlich machen soll.

"Qzero ist ein Whitelabel-Produkt, das Stadtwerken erlaubt, das Energiemanagementsystem unter ihrem eigenen Namen zu vermarkten und zu verkaufen", sagt Matthias Behrens, Geschäftsführer von Smartinfra. Das Modell soll dazu beitragen, das Basisgeschäft der Stadtwerke zu stärken und ihr Produktportfolio zu erweitern – ohne eigenen Entwicklungsaufwand. "Damit können neue Kunden gewonnen und bestehende Kundenbeziehungen ausgebaut werden."

Matthias Behrens, Geschäftsführer von SmartinfraBild: © SmartInfra

Das System ist schlüsselfertig konzipiert: Smartinfra stellt nach eigenen Angaben alle notwendigen Verträge bereit und übernimmt auf Wunsch die gesamte Prozessbetreuung – von der technischen Implementierung bis zum laufenden Betrieb.

Stadtwerke müssten kein zusätzliches Personal aufbauen, könnten aber nach Absprache bestimmte Aufgaben selbst übernehmen. Qzero erfülle alle marktüblichen Anforderungen, darunter Normkonformität nach DIN ISO 50001, hohe Sicherheitsstandards, automatisierte Berichtserstellung und Skalierbarkeit.

Förderung bis zu 45 Prozent möglich

Ein zentrales Argument für Qzero ist laut Smartinfra die Förderfähigkeit. Die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz (BAFA) unterstützt Investitionen in Energiemanagementsysteme gemäß der ISO-50001-Richtlinie seit über zehn Jahren. "Zuschüsse bis zu 45 Prozent der Auftragssumme sind möglich", erläutert Behrens.

Die Lizenzkosten für Software sowie Hardware- und Installationskosten seien förderfähig. Smartinfra übernehme im Auftrag des Kunden die gesamte Antragstellung und Verwaltung: "Der Kunde trägt damit keinen zusätzlichen Aufwand."

Für viele Unternehmen und kommunale Betriebe sei das ein entscheidender Faktor. Denn obwohl die Einsparpotenziale bei Strom, Gas und Wasser häufig zwischen 20 und 30 Prozent liegen, schreckten die initialen Investitionskosten bislang viele Akteure ab. Qzero solle hier den Einstieg erleichtern – und zugleich helfen, gesetzliche Pflichten zu erfüllen.

Full-Service-Angebot mit Energieberatung

Durch die Kooperation mit der Energieberatung Schleswig-Holstein GmbH biete Smartinfra ein Full-Service-Paket an. Neben der Installation umfasse es auch die Analyse der Verbrauchsdaten und die Beratung bei konkreten Effizienzmaßnahmen. "Qzero bietet die komfortable Möglichkeit, sowohl alle gesetzlichen Nachweispflichten zu erfüllen als auch bei Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen zu unterstützen", sagt Behrens.

Das System arbeite herstellerunabhängig und sei kompatibel mit der LoRaWAN-Funktechnologie, die eine schnelle Nachrüstung ohne bauliche Eingriffe ermögliche. Alle Verbrauchsdaten – von Strom über Gas bis hin zu Wärme und Wasser – würden zentral über ein Dashboard erfasst. Auf dieser Basis könnten Energieverbräuche transparent dargestellt, Schwachstellen identifiziert und Maßnahmen gezielt geplant werden.

Schnelle Amortisation und neue Geschäftschancen

"Durch die geringen Installationskosten und die finanzielle Förderung der BAFA amortisieren sich fast alle Projekte innerhalb weniger Jahre", so Behrens. Besonders stark profitierten energieintensive Betriebe, etwa in der Industrie oder Logistik. Doch auch kleinere Unternehmen könnten durch die Datentransparenz Investitionen faktenbasiert planen und Fehlinvestitionen vermeiden.

Für Stadtwerke eröffne das Modell die Möglichkeit, ein Energiemanagementsystem als eigenes Produkt anzubieten – inklusive Service, Wartung und Beratung. Das solle die Kundenbindung stärken und neue Ertragspotenziale im kommunalen Umfeld schaffen.

Perspektive: Integration ins Energiesystem

Perspektivisch will Smartinfra Qzero zu einem Bestandteil ganzheitlicher Energielösungen weiterentwickeln. "In mehreren Pilotprojekten erproben wir derzeit gezielt die Kompatibilität mit marktgängigen Energiesteuerungsanwendungen – im engen Zusammenspiel mit unseren technischen Serviceteams", sagt Behrens.

Der Fokus liege auf der intelligenten Verknüpfung verschiedener Anwendungsfälle: etwa Peak Shaving, Nutzung dynamischer Strompreise auf Basis von Spotprodukten oder die Einbindung von Batteriespeichern und Ladeinfrastruktur.

Damit, so Behrens, könne Qzero zu einem Enabler für die Energiewende auf lokaler Ebene werden. "Wir leisten mit dieser konsequenten Weiterentwicklung einen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze – ohne die Komplexität für unsere kommunalen Partner zu erhöhen."

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