Ziel der Partnerschaft ist es, ein System zur Marktreife zu führen, das die Preisvorteile dynamischer Tarife unmittelbar für den Verbraucher nutzbar macht. Das Gesamtsystem soll rechtzeitig zur verpflichtenden Einführung dynamischer Tarife im Jahr 2025 bereitstehen. Auf der E-World 2024 stellen die drei Partner die Details ihrer Zusammenarbeit erstmals vor.
Mit dem TAF 5 ist es laut den drei Partnern erstmals möglich, dynamische Preissignale im Smart Meter Gateway (SMGW) zu tarifieren. Der Spotmarktpreis oder spezifische Erzeugungs- oder Beschaffungsereignisse können auf diese Weise "ad-hoc" als Verbrauchsanreize an den Energiekunden weitergegeben werden.
Wie es funktioniert
Die Strompreise werden dazu vertraglich in Tarifstufen definiert. Auf diese Weise kann der Börsenpreistarif oder jedes andere dynamische Preissignal erstmals über das SMGW auch an ein Energiemanagementsystem (EMS) weitergeleitet werden. Wenn das EMS die Verbrauchsgeräte entsprechend dieser aktuellen Preise steuert, kann der Verbraucher seine Stromkosten bedeutend senken.
"Die Umsetzung von dynamischen Tarifen mittels TAF 5 ermöglicht eine verbraucherfreundliche Flexibilisierung des Energieverbrauchs auf Basis unterschiedlicher Anreizmodelle", betont Christian Hofmann, Fachbereichsleiter Messwesen und IoT bei Robotron. "Auf diese Weise können diese Tarife zu einem erfolgreichen Vertriebsinstrument für Stromlieferanten werden."
Weiterentwicklung vom BDEW
Der Energielieferant gibt die "ad-hoc"-Befehle für das Umschalten der Tarifregister zunächst an den Messstellenbetreiber (MSB) weiter. Dieser überträgt den Befehl an den Gateway-Administrator, der dann die Schaltung des TAF 5 für das Smart-Meter-Gateway durchführt. Da eine Übertragung gemäß MaKo mittels EDIFACT-Format für „ad hoc“-Tarifumschaltungen zu langsam ist, setzen die drei Partner bei ihrer Lösung auf eine Weiterentwicklung der vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eigens für Schaltbefehle entwickelten API-Webdienste-Schnittstelle.
Auf diese Weise können Energielieferanten künftig innerhalb weniger Sekunden Markt- und Preissignale an den Messstellenbetreiber (MSB) weitergeben, der sie dann zum Kunden transportiert. EMH Metering hat den TAF 5 für Testzwecke inzwischen in seinem Smart-Meter-Gateway CASA integriert. Im nächsten Schritt setzt der Lösungsanbieter Robotron den TAF 5 in seinen IT-Systemen um. Im Anschluss testet die TMZ die neuartige Lösung unter Laborbedingungen. Eine erste Pilotierung im Rahmen eines Forschungsprojektes in Thüringen ist ebenfalls bereits geplant.
Erste Systemtests Ende Februar
„Mit der neuen API-Schnittstelle setzen wir erstmals ein Gesamtsystem für Ad-hoc-Befehle vom Energielieferanten bis zum Gateway um. Nach den erfolgreichen Tests der iRLMSys und der 1:n-Verbindungen mit dem "TAF 7"-Kompaktprofil Anfang 2023, kommt nun der nächste, logische Entwicklungsschritt. TAF 5 wird eines der essenziellen Treiber im zukünftigen Rollout sein und für alle Akteure einen enormen Vorteil bieten“, ergänzt Sascha Koller – Leiter der Prüfstelle ETH01. Wie auch schon im Jahr 2023, finden die Labortests in der TMZ-Prüfstelle in Ilmenau statt. Um die ambitionierte Zeitlinie einhalten zu können, beginnen EMH Metering und Robotron bereits Ende Februar mit den ersten Systemtests. (sg)
Lesen Sie dazu auch das Interview "TAF 5 ermöglicht es, ein Ad-hoc-Preissignal im Gateway zu tarifieren und an den Kunden weiterzugeben“



