Von: Stephanie Gust
Auch in diesem Jahr hat das Beratungsunternehmen Haselhorst Associates Consulting wieder alle Städte ab 30.000 Einwohnern genau untersucht und analysiert, wie sich deutsche Smart Cities seit Launch des ersten Rankings im Jahr 2018 weiterentwickelt haben. Das Ergebnis: Alle 417 untersuchten Städte haben inzwischen erfolgreich die Basis für ihre Transformation hin zur Smart City gelegt und können diesen Prozess nun kontinuierlich fortsetzen.
Deutlich wird die voranschreitende Entwicklung auch unter den Top 10 Smart Cities: Mit München, Hamburg, Berlin und Köln erreichen gleich vier Städte einen Smart-City-Entwicklungsgrad von über 50 Prozent. Im vergangenen Jahr war das nur München gelungen. Darüber hinaus haben Kiel, Oldenburg, Braunschweig und Halle (Saale) zum ersten Mal überhaupt den Sprung unter die Top 10 geschafft. Zudem beweist Bad Nauheim als Mittelstadt mit knapp über 30.000 Einwohnern: Smart City ist keine Frage der Stadtgröße.
Erstmals alle untersuchten Städte Smart Cities
"In diesem Jahr fällt keine der von uns untersuchten Städte mehr in die Kategorie ‚Keine Smart City‘ – das heißt alle 417 Städte verfügen bereits über erste strategische Grundlagen und treiben ihre Transformation voran“, erklärt Leonie Schiermeyer, Associate bei Haselhorst Associates Consulting. Außerdem wird deutlich, dass viele Städte bereits über klare Strategien verfügen und konkrete Projekte in verschiedenen Bereichen umsetzen.
"Wichtig ist jetzt, dass genau diese Städte ihre schon ergriffenen Smart-City-Maßnahmen messbar machen, evaluieren und anhand dessen gezielt weiterentwickeln“, so Schiermeyer.
Die Top 3 Emerging Cities 2025
Wie viel Bewegung im Markt ist, belegen auch die diesjährigen Emerging Cities – also die Städte, die sich innerhalb eines Jahres prozentual am stärksten verbessert haben. Die meisten von ihnen rangieren mit ihren Platzierungen zwar im Mittelfeld, aber mit starker Tendenz nach vorne. Als Top 1 Emerging City steigert sich Andernach in Rheinland-Pfalz von einem Smart-City-Entwicklungsgrad in Höhe von 8,3 Prozent in 2024 auf jetzt 21,2 Prozent. Der Top 2 Emerging City, Aalen, gelingt ein Sprung von 28,2 auf 39,5 Prozent. Auf dem dritten Platz landet Achim in Niedersachsen – mit einer Verbesserung von 27,0 Prozent auf 36,9 Prozent.
Fortlaufende Fördermittel auf Bundesebene als wichtiger Baustein für Verstetigung
Mit Blick auf die längerfristigen Entwicklungen deutscher Smart Cities zeigt sich zudem, dass das durchschnittliche Wachstum beim Smart-City-Entwicklungsgrad in den vergangenen drei Jahren auf einem konstant hohen Niveau geblieben ist. "Betrachtet man den prozentualen Anstieg der Städte bei ihrer Smart-City-Entwicklung fällt auf, dass die durchschnittliche jährliche Veränderung hier seit 2022 konstant bei beachtlichen 15 Prozent liegt“, sagt Schiermeyer.
Angesichts dessen sei es auch entscheidend, dass insbesondere auf Bundesebene Wege und Lösungen für nun endende Fördermittel gefunden werden. So laufen beispielsweise die Initiativen des bundesweiten Förderprogramms "Modellprojekte Smart Cities“ allmählich aus. Seit 2019 werden im Rahmen des Programms 51 Städte, zehn Landkreise und zwölf interkommunale Kooperationen gefördert – das betrifft knapp ein Viertel der deutschen Bevölkerung.
"Dank des Förderprogramms haben die Smart-City-Aktivitäten in Deutschland erheblich an Dynamik gewonnen“, so Schiermeyer und ergänzt: "Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Projekterfolge evaluiert und kommuniziert werden. Denn das schafft die Grundlage für eine erfolgreiche Verstetigung und einen zielgerichteten Einsatz notwendiger neuer Fördermittel.“



