Insgesamt sollen bis Januar 2023 nahezu 12.000 Smart-Meter-Gateways verbaut werden und damit die gesetzlich geforderte Zehn-Prozent-Quote erreicht werden

Insgesamt sollen bis Januar 2023 nahezu 12.000 Smart-Meter-Gateways verbaut werden und damit die gesetzlich geforderte Zehn-Prozent-Quote erreicht werden

Bild: © Rheinenergie/PPC

Hinweis: Die Stadtwerke Bayreuth waren in den Daten der Bundesnetzagentur fehlerhaft mit einer Rollout-Quote von 100 Prozent ausgewiesen. Auch die über 90 Prozent der Albstadtwerke trafen nicht zu. Wir haben die Daten nachträglich korrigiert.

Von Stephanie Gust (Autor) und Julian Korb (Grafiken)

Der Rollout intelligenter Messsysteme kommt in kleinen Schritten voran. Wie aktuelle Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen, wurden zum 31. März 2025 insgesamt 15,12 Prozent der quotenrelevanten Pflichteinbaufälle mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet. Damit ist das Ziel von 20 Prozent bis Jahresende in Reichweite. Zum Vergleich: Ende 2024 lag die Quote noch bei 13,91 Prozent. Das ist ein Plus von gut 1,2 Prozentpunkten innerhalb von drei Monaten.

Die ZfK hat anhand der Daten von der Bundesnetzagentur ausgewertet, wie viele Messstellenbetreiber bereits bis zu 10 Prozent, unter 20 Prozent und darüber sowie noch gar nicht ausgerollt haben. Deutlich wird: Die größte Quote liegt noch unter 10 Prozent, dicht gefolgt von noch gar keinem installierten Messsystem.

Neue Quotenregelung seit Februar in Kraft

Seit dem 25. Februar 2025 gilt eine geänderte gesetzliche Grundlage für die Rollout-Quoten. Die aktualisierte Fassung des Messstellenbetriebsgesetzes (§ 45 Abs. 1 Nr. 4 MsbG) bezieht sich nun ausschließlich auf Letztverbraucher mit einem Jahresstromverbrauch zwischen 6000 und 100.000 kWh sowie auf steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Frühere Vergleichswerte sind daher nicht mehr eins zu eins übertragbar – die Grundtendenz lässt sich aber dennoch nachzeichnen.

Die aktuelle Auswertung basiert auf Rückmeldungen von 835 von 851 Messstellenbetreibern. In der Zielgruppe der Pflichteinbaufälle gibt es bundesweit 4,63 Millionen relevante Lokationen – ausgestattet mit einem intelligenten Messsystem wurden zum Stichtag 31. März davon bislang 700.292. Ende 2024 lag die Zahl der Einbauten noch bei rund 640.000.

Anhand des Materials der Bundesnetzagentur zeigt sich auch deutlich, welche Messstellenbetreiber bereits am stärksten im Rollout vorangeschritten sind. Einer hat laut der Daten der Bundesnetzagentur bereits die 100-Prozent-Quote erreicht: die Stadtwerke Lübz. Deutlich wird aber auch: Es handelt sich in dieser Tabelle größtenteils um kleinere Messstellenbetreiber, die nicht so viele Messstellen ausstatten müssen wie größere.

Große Messstellenbetreiber bereits am Ziel

Die Differenzierung nach Unternehmensgröße offenbart einen klaren Trend:

  • Große MSB mit über 500.000 Lokationen haben ihre durchschnittliche Quote weiter ausgebaut – von 19,9 Prozent (Q4/2024) auf 20,4 Prozent (Q1/2025). Damit haben sie das Jahresziel praktisch erreicht.
  • In der Gruppe 100.000 bis 500.000 Messlokationen stieg die Quote von 9,0 auf 10,1 Prozent.
  • Messstellenbetreiber mit 30.000 bis 100.000 Lokationen legten von 5,1 auf 7,5 Prozent zu.
  • Kleine Messstellenbetreiber mit weniger als 30.000 Lokationen bleiben mit 4,6 Prozent deutlich zurück. Ende 2024 lag ihre Quote bei 3,1 Prozent.

Die Bonner Behörde betont, dass es sich um Durchschnittswerte handelt – einzelne kleine Betreiber können sowohl deutlich besser als auch schlechter abschneiden.

Einbauquote über alle Messlokationen bleibt niedrig

Setzt man intelligente Messsysteme ins Verhältnis zur Gesamtzahl aller Messlokationen in Deutschland (54,7 Millionen), ergeben sich deutlich niedrigere Werte:

  • Der Anteil der intelligenten Messsysteme liegt hier nun bei 2,80 Prozent, nach 2,18 Prozent zum Jahresende 2024.
  • Moderne Messeinrichtungen wurden inzwischen bei 49,17 Prozent der Messstellen verbaut – ein leichter Anstieg gegenüber den vorherigen 47,95 Prozent.
  • Die Zahl der intelligenten Messsysteme mit Steuereinrichtung ist mit 1928 Geräten weiterhin vernachlässigbar.

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