Wie sehen Lösungen für einen grünen und nachhaltigen IT-Betrieb von morgen aus? Um Energieeffiziente Kühlung und Potenziale der Wärmerückgewinnung ging es beim Data Center Expert Summit, den der Eco-Verband der Internetwirtschaft ausrichtet.
Eine Umfrage im Publikum ergab gleich zu Beginn, dass die meisten der Abwärmenutzung den größten Einfluss für nachhaltige Rechenzentren zuschreiben (54). Doch auch die Entwicklung energieeffizienter Software (17 Prozent) sowie der Einsatz von Wasserstoff (9 Prozent) sollten neben anderen Lösungen nach Meinung der Befragten eine Rolle spielen.
Effiziente Software
Dem Votum des Publikums wollten sich die Teilnehmer jedoch nicht bedingungslos anschließen. "Je mehr Energie wir im Vorhinein sparen, desto weniger Abwärme entsteht auch", sagte Sascha Oehl, Direktor für Presales Cloud & AI, Huawei. Bei Optimierungspotenzialen in der IT denke er zunächst an den Prozessor. Denn, dass Potenziale auch in den Speichern vorhanden sind, werde oft vergessen.
Simon Hinterholzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Borderstep Institut, stimmte ihm zu: "Auch effiziente Software hat einen riesigen Effekt." Denn Einsparungen übertragen sich hier auf die Hardware. Letztlich bestimme die Software, welche Kapazitäten bei der Hardware benötigt werden.
Rechenaufwand sparen
Das Bewusstsein, wie wichtig das Thema Abwärme ist, habe sich ohnehin erst in den letzten Jahren entwickelt, ergänzt Jens Struckmeier, dessen Unternehmen Cloud & Heat Technologies sich auf das Geschäft mit der Abwärme aus Rechenzentren spezialisiert hat. Er spricht sich für eine ganzheitliche Betrachtung aus, die die Auswirkungen von Rechnern umfassend einbezieht.
"Es ist extrem wichtig, die Stromversorgung von Rechenzentren nachhaltig zu gestalten. Aber auch innerhalb des Systems sind Effizienzsteigerungen möglich. Ich sehe beides zusammen. Bei der Software sind viele Optimierungen möglich, die Rechenaufwand ersparen können", erklärte Gunnar Schomaker, Stellvertretender Geschäftsführer, Software Innovation Campus Paderborn.
Cloud-Computing
Denn für die Diskussionsteilnehmer war klar, dass Rechenzentren nach wie vor extreme Menge an Wärme erzeugen. "Der logische Schritt wäre, dass wir diese dann auch nutzen müssen", so Oehl. "Wir werden um das Thema Abwärme nicht herumkommen. Es ist genau richtig, neue Chips zu entwickeln, aber auch die werden immer noch Strom brauchen", bekräftige Struckmeier.
Die Zahl der Daten werde immer schneller steigen, als die Effizienzgewinne. Deshalb mache es Sinn, die entstehende Abwärme zu nutzen. Selbst beim Cloud-Computing, das den Energieverbrauch langfristig senken könnte, wird weiter Wärme anfallen. Denn ohne Kühlung kommen auch Cloud-Computer nicht aus. Und bei der Kühlung entsteht ebenfalls Abwärme. (jk)



