Polizeifahrzeuge in der Nähe des RWE-Kraftwerkes Eschweiler an einem Umspannwerk. Auch am Freitagmorgen gab es Einsätze an weiteren Standorten mit kritischer Energieinfrastruktur.

Polizeifahrzeuge in der Nähe des RWE-Kraftwerkes Eschweiler an einem Umspannwerk. Auch am Freitagmorgen gab es Einsätze an weiteren Standorten mit kritischer Energieinfrastruktur.

Bild: © Christoph Reichwein/dpa

In Ostsachsen hat die Polizei neun weitere selbst hergestellte Sprengvorrichtungen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen südlich des Umspannwerkes Graustein in der Nähe von Schleife (Landkreis Görlitz) entdeckt.

Diese wurden durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) entschärft, wie das LKA mitteilte. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl der in Sachsen aufgefundenen Sprengvorrichtungen auf 21.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Görlitz bitten die Bevölkerung weiterhin um Unterstützung bei den laufenden Ermittlungen.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Am Samstag hatten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Dresden bereits bekanntgegeben, dass insgesamt zwölf Sprengvorrichtungen in der Lausitzer Braunkohleregion an der Grenze zu Brandenburg gefunden wurden. "Diese sollten Schäden an den elektrischen Hochspannungsleitungen durch einen Kurzschluss herbeiführen", hatten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Dresden informiert.

Zu einem Schaden am Stromnetz sei es nicht gekommen, auch bestehe keine Gefahrenlage für die Bevölkerung, hieß es.

Fahndung nach Tatverdächtigem läuft

Unterdessen wird intensiv nach einem Mann gefahndet, der Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz verübt haben soll. Die Vorfälle konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen (NRW), Brandenburg und Sachsen.

Im Zusammenhang mit den Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern lief am Montag (7. September) ein größerer Einsatz der Polizei im Raum Remscheid-Wuppertal in der Nähe eines Umspannwerks.

Wie ein Sprecher der Polizei in Köln mitteilte, läuft die Aktion seit dem Vormittag "im Zusammenhang mit Fahndungsmaßnahmen". Weitere Angaben machte er nicht. Seit Tagen fahnden die Behörden nach einem 48-Jährigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet, dem sie Sabotage-Aktionen in NRW und Brandenburg zuordnen.

Verdächtige Person an Umspannwerk gesichtet

Laut Polizei in Wuppertal wurde nun eine verdächtige Person mit einem Rucksack an einem Umspannwerk in Remscheid gemeldet. Ob es sich bei dieser Person um den Gesuchten handele, sei unklar. "Das wissen wir erst, wenn wir die Person antreffen, das ist aber bisher nicht der Fall", schilderte der Wuppertaler Polizeisprecher. Auch bei den Ermittlern in Köln hieß es, ob es sich um den gesuchten 48-Jährigen handele, sei offen.

Mehrere Medien berichteten über den Einsatz. Auch ein Hubschrauber kreiste über dem Einsatzgebiet zwischen Remscheid-Lüttringhausen und Wuppertal-Ronsdorf. Einen größeren Polizeieinsatz gab es am Montag auch an einem Umspannwerk in Wesel am Niederrhein. 

Der gesuchte Verdächtige soll versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über die Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen. In Bergheim zwischen Düsseldorf und Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Stromkraftwerks lahmgelegt worden, zu Stromausfällen kam es aber nicht.

Auch bei Jänschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich. Zudem waren in Sachsen weitere selbst hergestellte Abschussvorrichtungen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen entdeckt worden.

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