Ein ausgebranntes Fahrzeug auf einer Baustelle auf dem Gelände des Umspannwerks in Berlin-Moabit

Ein ausgebranntes Fahrzeug auf einer Baustelle auf dem Gelände des Umspannwerks in Berlin-Moabit

Bild: © Sven Kaeuler/dpa

Ein Feuer hat mutmaßlich nach einem elektrischen Kurzschluss in Berlin-Mitte einen Teil eines Umspannwerkes beschädigt. Außerdem brannte ein Transporter auf einer Baustelle auf dem Gelände des Umspannwerkes. Aktuell gehe die Polizei davon aus, dass ein technischer Defekt den Kurzschluss ausgelöst habe, der zu einer Explosion und dem Brand geführt habe, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel im Innenausschuss. 

Die Untersuchung durch die Experten der Kriminaltechnik im Landeskriminalamt (LKA) laufe aber noch. Ermittelt werde in alle Richtungen, hatte Polizeisprecher Florian Nath am Morgen gesagt. Auch letzte Sabotageakte würden "mitgedacht", es gebe aber noch keine belastbaren Beweise in irgendeine Richtung. 

Stromversorgung nicht beeinträchtigt

Größere Stromausfälle gab es nach dem Feuer nicht. Die Stromversorgung in der Stadt sei nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher von Stromnetz Berlin der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Verletzt wurde niemand.

Allerdings fielen etwa 90 Ampeln aus und mussten wieder eingeschaltet werden. Nach dpa-Informationen könnten die Ampel-Ausfälle mit dem Brand zusammenhängen. Ampel-Anlagen reagieren teils sensibel auf Spannungsschwankungen im Stromnetz.

Bei der Feuerwehr war um 2.41 Uhr ein Alarm eingegangen. Die Feuerwehrleute brauchten mehr als fünf Stunden zum Löschen des Brandes in dem Gebäude im Ortsteil Tiergarten. Der Tunnel mit den Stromleitungen sei nicht betroffen gewesen, sagte Per Kleist, Vizechef der Feuerwehr.

Betreiber des Umspannwerkes ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Ein Sprecher sagte, es sei ein "erheblicher Schaden" entstanden, in der Nacht habe es eine Explosion gegeben. Ein Umspannwerk ist eine Schaltstelle im Stromnetz, die Stromleitungen mit verschiedenen Spannungen miteinander verbindet.

Sabotage in mehreren Bundesländern

Zuletzt hatte es mehrere Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz gegeben. Die Vorfälle konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen (NRW), Brandenburg und Sachsen.

Es läuft eine intensive Fahndung nach einem Mann. Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und NRW hatten am Samstag einen gemeinsamen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos eines 48-Jährigen veröffentlicht und bitten die Bevölkerung um Hinweise.

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