Der Projektentwickler Enerparc will, wie viele in der Branche, stärker in Batteriespeicher investieren. (Symbolbild)

Der Projektentwickler Enerparc will, wie viele in der Branche, stärker in Batteriespeicher investieren. (Symbolbild)

Bild: © phonlaimaiphoto/AdobeStock

Mit einem Portfolio von über 5 Gigawatt Peak (GWp) Leistung – davon fast 4 GWp am Netz – gehörte der Hamburger Solarpark-Entwickler Enerparc zu den größten in der Branche. Auch bei Batteriespeichern wollte das Unternehmen wachsen: 150 Megawattstunden (MWh) waren nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus bereits in Betrieb, weitere 160 MWh befanden sich in der Pipeline.

Ausgerechnet die Finanzierung dieses Zukunftsgeschäfts wurde nun zum Auslöser einer Insolvenz. Am 7. September 2026 stellte Enerparc beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Denkhaus wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. In einem Pressegespräch schilderte er, wie es dazu kam: "Eine relevante Finanzierung ist Ende Juni nicht zustande gekommen. Danach gab es eine sehr kurze, intensive Verhandlungszeit, die damit endete, dass der Insolvenzantrag gestellt werden musste."

Eine zusätzliche Finanzierung

Bei der gescheiterten Finanzierung handelte es sich nach Angaben von Denkhaus und Enerparc nicht um das im März angekündigte Paket von bis zu einer Milliarde Euro. Dieses bezog sich auf einen Finanzierungsrahmen für konkrete Projekte über einen längeren Zeitraum und war nicht vollständig abgerufen worden. Die später gescheiterte Finanzierung war davon getrennt und vor allem auf Energiespeicherprojekte ausgerichtet.

Warum die Finanzierung nicht zustande kam, wollte Denkhaus nicht im Detail bewerten. Er sprach von Refinanzierungsschwierigkeiten beim Finanzierer und warnte vor Spekulationen über einzelne Banken.

Der Fall fügt sich dennoch in eine angespannte Lage der Erneuerbaren-Branche ein. Projektierer berichten seit Monaten von unsicheren politischen Rahmenbedingungen, schwierigen Netzanschlüssen, steigenden Kosten und sinkenden Margen. Nach dem Wechsel der Bundesregierung habe Enerparc die Projektierung zunächst zurückgefahren und den Schwerpunkt stärker auf Batteriespeicher gelegt, sagte Denkhaus.

Auch der Regierungswechsel im Mai 2025 habe das Unternehmen, wie alle in der Erneuerbaren-Branche, beschäftigt. "Die emotionale Talsohle ist durchschritten", sagte der Insolvenzverwalter mit Blick auf die Unsicherheit der vergangenen Monate. Ob damit auch die wirtschaftlichen Risiken überwunden sind, bleibt allerdings offen. Denn Batteriespeicher gelten zwar als attraktives Wachstumsfeld. Sie erfordern aber zugleich hohe Vorleistungen und eine Finanzierung, die über längere Zeiträume abgesichert sein muss.

Wenn die Finanzierung ausbleibt

Enerparc ist nicht nur Eigentümer oder Betreiber von Solarparks. Das Unternehmen übernimmt auch die Projektentwicklung und fungiert bei Vorhaben als Generalunternehmer. Dafür bestellt die Enerparc AG Komponenten bei Lieferanten, während die Finanzierung auf Ebene der jeweiligen Projektgesellschaft organisiert wird.

Scheitert diese Finanzierung, kann die Konzernmutter dennoch bereits zahlungspflichtig sein. Bestellte Speichertechnik muss bezahlt werden, obwohl die erwartete Liquidität aus dem Projekt ausbleibt. Aus einer Verzögerung im Projektgeschäft wird so ein Problem der laufenden Zahlungsfähigkeit.

Hinzu kam nach Einschätzung von Denkhaus eine schwache Kapitalbasis. "Das Eigenkapital in Verbindung mit Fremdkapital war zu gering. Das war mit Sicherheit kein gutes Verhältnis." Damit verweist der Insolvenzverwalter neben dem Marktumfeld auch auf eine unternehmensinterne Ursache der Krise. Politische Unsicherheit und verschobene Projekte können ein Unternehmen unter Druck setzen. Wie lange es diesen Druck aushält, hängt jedoch auch von der eigenen Finanzierungsstruktur ab.

Eine allgemeine Warnung für die Finanzierung von Batteriespeicherprojekten möchte Denkhaus aus dem Fall aber nicht ableiten. "Eine Signalwirkung für die Finanzierung von Batteriespeicherprojekten sehe ich nicht. Das geht zu weit.“ Enerparc sei ein besonderer Fall, auch weil das Unternehmen verschiedene Wertschöpfungsstufen miteinander verbindet: von der Projektierung und dem Bau über die technische und kaufmännische Betriebsführung bis zur Stromvermarktung über die Tochter Sunnic Lighthouse.

Verkauf soll Wert sichern

Im vorläufigen Verfahren sollen zunächst die laufenden Strukturen stabilisiert und die am weitesten fortgeschrittenen Projekte weiter geprüft werden. Vorhaben, die nicht zeitnah umgesetzt werden können, könnten zunächst zurückgestellt werden. Entscheidend ist dabei, welche Projekte wirtschaftlich tragfähig sind, welche Komponenten bereits bestellt wurden und wie sich die jeweiligen Finanzierungen sichern lassen.

Denkhaus will das Unternehmen nicht in einen längeren Stillstand führen. Wegen der integrierten Struktur sei Enerparc auch für potenzielle Käufer interessant. Ziel ist nach seinen Worten ein Verkauf möglichst als Ganzes: "Wir versuchen, in einem wertmaximierenden Zeitraum das Bestmögliche für die Gläubiger herauszuholen, was dann aber auch einen Verkauf bedeutet."

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