Die Bioenergiebranche verliert zunehmend die Geduld mit der Bundesregierung.

Die Bioenergiebranche verliert zunehmend die Geduld mit der Bundesregierung.

Bild: © creativenature.nl/AdobeStock

Die Biogasbranche sieht beim Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung noch Luft nach oben. Die Ampel-Koalition müsse die Rolle der Bioenergie für wirksamen Klimaschutz stärken, sagt Janet Hochi, die Geschäftsführerin des Biogasrats.

Wirksamer Klimaschutz in Deutschland brauche mehr als den beschleunigten Ausbau der Wind- und Sonnenenergie. Biogas und Biomethan seien jederzeit verfügbar und unabhängig von Witterungsbedingungen für die sichere und kosteneffiziente Versorgung der Menschen mit Energie im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor da. „Fossile Energieträger können so bereits heute erfolgreich ersetzt werden“, so Hochi in einer Pressemitteilung.

Unausgeschöpfte Potenziale

Die nachhaltigen Potenziale der Bioenergie seien bei Weitem nicht ausgeschöpft, ein Sofortprogramm mit Maßnahmen für mehr Klimaschutz müsse daher auch die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für die Bioenergieerzeugung und -nutzung in Deutschland adressieren, um die vorhandenen Potenziale der Bioenergie zu heben. Hierzu zählt Hochi die Beschleunigung und Harmonisierung der genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen ebenso wie eine zukunftsorientierte Reform des EEG 2021. Zudem müsse die geplante EEG-Novelle die Ausschreibungsbedingungen für Biomasse und hochflexible Biomethananlagen grundlegend verbessern, Investitionshemmnisse beseitigen und Planungssicherheit schaffen.

Der Biogasrat spricht sich für die Abschaffung der endogenen Mengensteuerung im Ausschreibungsverfahren für Biomasse aus. Sie konterkariere die Ausbauziele für Biomasse, da die wirtschaftlich notwendige Vergütung für die Fortführung bestehender Biomasseanlagen bei den Ausschreibungen ausgehebelt werde.

Südregelungen abschaffen

Wichtig sei auch die Abschaffung der sogenannten Südregelungen in den Biomasseausschreibungen und den Ausschreibungen für hochflexible Biomethan-BHKW, die ab 2022 gelten sollen. Die Einführung der Südquoten bewirke eine eklatante Wettbewerbsverzerrung und diskriminiere bestehende und neue Biomasseanlagen und die Realisierung hochflexibler Biomethanprojekte in den übrigen Regionen Deutschlands, zugleich würden bereits getätigte Investitionen entwertet.

Zudem brauche es die Anhebung der Bemessungsleistung für hochflexible Biomethan-BHKW auf 30 Prozent im Ausschreibungsverfahren für hochflexible Biomethan-BHKW, um eine bedarfsorientierte Wärmelieferung und die Realisierung von erneuerbaren Wärmeversorgungskonzepten zu gewährleisten. (amo)

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