Von Hanna Bolte
Bayern, einer der Vorreiter im Bereich Biomethan, hat eine neue Förderung gestartet: BioMeth Bayern. In der ersten Phase stellt der Freistaat dafür zehn Millionen Euro bereit. Ziel ist es, die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität zu unterstützen. Gefördert wird die Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz, sowohl für den Einsatz im Verkehrssektor, als auch für die Erzeugung von Wärme und Strom.
Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen Biogasaufbereitungsanlagen sowie Biogas- und Biomethan-Leitungen mit den dazugehörigen Übergabestationen. Im Rahmen der Förderung wird für jedes Projekt die erzielte Treibhausgaseinsparung in Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr erfasst. Diese Kennzahl dient als einer der Messwerte für den Erfolg der Förderung. Zudem wird dokumentiert, wie viele Investitionen insgesamt durch das Programm abgeschlossen werden.
Wunsch nach bundesweiter Regelung
Biogas und Biomethan gelten als ein wesentlicher Bestandteil für die Dekarbonisierung und das Gelingen der Energiewende. Der REPowerEU-Plan sieht vor, dass bis 2030 jährlich 35 Milliarden Kubikmeter nachhaltiges Biomethan produziert werden.
In Deutschland erzeugten im Jahr 2023 rund 10.000 Biogasanlagen Rohbiogas mit einem Energiegehalt von insgesamt 95 Terawattstunden (TWh). Der überwiegende Teil wurde direkt zur Stromproduktion eingesetzt. Etwa 11 TWh – gewonnen aus rund 250 Anlagen – wurde zu Biomethan aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist. Nach Einschätzung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) liegt das langfristige Potenzial für Biomethan in Deutschland im Jahr 2045 zwischen 100 und 200 TWh.
Aus Sicht der Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft Thüga ist eine Förderung wie die BioMeth Bayern deshalb sehr sinnvoll. "Eine vergleichbare Förderung in anderen Bundesländern wäre grundsätzlich wünschenswert", erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der ZfK. Dennoch sei eine einheitliche Bundesregelung gegenüber vielen und womöglich unterschiedlichen Länderregelungen zu bevorzugen.
Branche zeigt sich positiv
Auch Stadtwerke, die bereits Biogas und Biomethan einsetzen, bewerten die Förderung positiv. Eine Sprecherin der Stadtwerke Amberg gab an: "BioMeth Bayern ist ein modellhaftes Konzept, das anderen Bundesländern als Vorlage dienen kann." Es sei eine Orientierung, wie der Biomethan-Ausbau zielgerichtet gefördert und die Energiewende vor Ort zu beschleunigt werden kann.
Ein Potenzial, das auch Bayern in dem Energieträger sieht. "Für eine erfolgreiche Energiewende benötigen wir sicherlich alle erneuerbaren Energien", heißt es von Seiten der Pressestelle des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Solar- und Windenergie würden zwar mengenmäßig einen großen Anteil an der zukünftigen, auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung haben, jedoch seien diese tageszeit- und wetterbedingt nicht immer verfügbar. "Für die Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint und wenig Wind weht, kann die Nutzung von Biogas und Biomethan als gesichert verfügbarer Energieträger eine wichtige Rolle spielen."




