Es ging heiß her am Montag auf den Energiemärkten.

Es ging heiß her am Montag auf den Energiemärkten.

Bild: © Frank Rumpenhorst/dpa

Der wichtigste europäische Gashandelsplatz TTF hat am Montag einen turbulenten Start hingelegt. Aus dem Stand sprang er um 6 Uhr morgens von 36 auf 43 Euro pro MWh.

Im Laufe des Tages schwächte sich der Kurs dann ab und glitt noch vor 8 Uhr unter die 40-Euro-Marke. In der Mittagszeit kostete eine MWh für den Liefermonat knapp unter 39 Euro pro MWh.

LNG-Streik immer wahrscheinlicher

Hauptauslöser für den morgendlichen Preissprung dürften erneut Nachrichten aus dem fernen Australien gewesen sein. Dort wird ein Streik an drei LNG-Terminals immer wahrscheinlicher.

Beschäftigte mindestens einer Anlage könnten am 2. September ihre Arbeit niederlegen, falls am Mittwoch mit den Arbeitgebervertretern keine Einigung über Löhne erzielt wid. Mitarbeiter von zwei weiteren Terminals könnten im Laufe dieser Woche folgen.

Norwegische Wartungsarbeiten

Mit einem Arbeitskampf an allen drei LNG-Anlagen droht der Ausfall einer Gesamtkapazität von 56 Milliarden Kubikmeter, ordnete Gasexperte Joachim Endress in seiner ZfK-Kolumne jüngst ein. "Dies entspricht rund der Hälfte der LNG-Exportkapazität Australiens. Das Land gehört neben Katar und USA zu den weltweit drei größten LNG-Exporteuren."

Dazu kommt, dass die zweite Phase der Wartungsarbeiten an den norwegischen Gaspipelines begonnen hat. Allein in der vergangenen Woche seien die wartungsbedingten Ausfälle auf bis zu 50 Millionen Kubikmeter Erdgas gestiegen, schrieb Endress. In den nächsten vier Wochen sollen die Ausfälle auf bis zu 174 Millionen Kubikmeter wachsen.

Erstes Quartal 2025 am teuersten

Am Montag trieben auch die Einkaufspreise für Winter-Gasmengen nach oben. Der Dezemberkontrakt wurde am Mittag für 57 Euro pro MWh gehandelt, der Februarkontrakt sogar für 58 Euro pro MWh. Am teuersten war das Band für das erste Quartal 2025 mit 59 Euro pro MWh.

Bemerkenswerterweise machten sich die Gaspreiskapriolen im Großhandel auf den Endkundenmärkten noch nicht so stark bemerkbar. Auf dem Vergleichsportal Verivox war die Kilowattstunde Gas für das Versorgungsgebiet Berlin mitunter für weniger als acht Cent zu bekommen. Die staatliche Preisbremse von zwölf Cent pro kWh spielt derzeit dort selbst bei den teuersten Neukundenangeboten keine Rolle mehr.

Strompreise ziehen an

Die Gaspreisrallye schlug auch auf dem Strommarkt durch, wenn auch deutlich gedämpfter. Der Frontmonat an der Börse EEX stieg im Vergleich zum Freitag von 96 auf 102 Euro pro MWh. Das Jahresprodukt Cal-24 blieb dagegen konstant. Im Vergleich zum Monatsanfang ist aber auch hier der Preis um mehr als sieben Euro auf nunmehr 143 Euro pro MWh gestiegen. (aba)

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