Filip Thon ist seit April 2021 Vorstandsvorsitzender der Eon-Vertriebstochter Eon Energie Deutschland. Das Unternehmen ist der bundesweit größte Grundversorger von Strom und Gas.

Filip Thon ist seit April 2021 Vorstandsvorsitzender der Eon-Vertriebstochter Eon Energie Deutschland. Das Unternehmen ist der bundesweit größte Grundversorger von Strom und Gas.

Bild: © Eon

Die Gasspeicherfüllstände in Deutschland könnten bereits im August die für November vorgesehene 95-Prozent-Marke knacken. Allein am Samstag wurde fast ein halber Prozentpunkt netto eingelagert. Das war die dritthöchste Netto-Tageseinspeisung bislang in diesem Jahr. Der neue Füllstand betrug 87,3 Prozent.

Die Gefahr einer Gasmangellage ist nach Auffassung von Filip Thon, Chef der Eon-Vertriebstochter Eon Energie Deutschland, damit aber noch nicht gebannt. "Letzten Winter hatten wir richtig Glück, weil der Winter warm war", sagte er bei einer Presseveranstaltung seines Unternehmens vergangene Woche. Mit zwei Kältewellen zu Beginn des nächsten Winters könnte sich die Lage aber wieder ändern.

"Dann haben wir eine ganz andere Diskussion"

Der Manager skizzierte ein Szenario, wonach die erste mehrtägige Kälteperiode bereits im November kommen und eine zweite vor Weihnachten folgen würde. "Am Ende haben wir dann leere Speicher. Dann haben wir eine ganz andere Diskussion."

Die Krise sei noch nicht vorbei, sagte Thon. "Sie wird in diesem Winter bestimmt noch nicht vorbei sein." Deshalb seien Einsparungen "auf jeden Fall" ein Thema. Kunden könnten zudem intelligente Thermostate helfen, "die nicht so viel Geld kosten, aber eine Riesenwirkung haben".

Befragte wollen Raumtemperatur senken

Eon hatte vergangene Woche eine umfassende Energiewende-Studie vorgestellt, deren Ergebnisse unter dem Schlagwort Eon-Zukunftsindex online aufbereitet wurden. Demnach beträgt die durchschnittliche Raumtemperatur der Menschen in der Bundesrepublik in der kalten Jahreszeit 20,6 Grad Celsius. Laut einer Umfrage, die der Meinungsforscher Civey im Rahmen der Studie durchführte, wollen die Befragten ihre Raumtemperatur im nächsten Winter durchschnittlich um 0,6 Grad Celsius senken.

Außerdem gaben 25 Prozent der Befragten an, beim Heizen smarte Thermostate zu nutzen. Weitere fünf Prozent planen nach eigener Aussage, ein solches Gerät in den nächsten zwölf Monaten anzuschaffen.

"Gasmangel kann nicht aufgelöst werden"

Im Juni hatte bereits der Gasspeicherverband Ines davor gewarnt, sich "in falscher Sicherheit" zu wiegen. (Die ZfK berichtete.) Ja, bereits ein moderates bis niedrigeres LNG-Importaufkommen in Europa reiche aus, um die Gasspeicher in Deutschland vor diesem Winter wieder vollständig zu füllen, sagte Geschäftsführer Sebastian Bleschke.

Aber: "Selbst wenn die Gasspeicher erneut vollständig befüllt werden, bleibt die Gefahr einer Gasmangellage im Winter bei kalten Temperaturen bestehen." Bei kalten Temperaturen könnten demnach die Gasspeicher bereits im Januar 2024 vollständig entleert sein. "Ein Gasmangel kann in den Modellierungen nicht aufgelöst werden."

Winterprodukt 2024/25 am teuersten

Die winterlichen Unwägbarkeiten ließen sich zuletzt auch auf den Gasmärkten ablesen. Am Montag kostete eine Megawattstunde (MWh) Gas auf dem Handelsplatz TTF für den Liefermonat September 27 Euro.

Für den Februar 2024 waren es dann schon 51 Euro pro MWh, sprich fast doppelt so viel. Noch teurer wurde Gas für den Winter 2024/25 gehandelt. Das entsprechende Winterprodukt notierte bei 53 Euro pro MWh. (aba)

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