Die Nachfrage nach Erdgas ist hoch. Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber gehen dennoch davon aus, dass sie im Winter ihre Transportaufgabe erfüllen können. „Wir können verstehen, dass die Menschen sich angesichts der ungewöhnlich stark gestiegenen Preise Sorgen machen. Auf die Preise haben wir keinen Einfluss, aber zumindest können wir ihnen als Transporteure sagen, dass die Versorgung gesichert ist“, erläutert der FNB Gas Vorstandsvorsitzende Thomas Gößmann in einer Pressemitteilung.
Die Gründe für die außergewöhnliche Marktsituation seien vielfältig: von der Erholung der Wirtschaft nach dem schwierigen Pandemiejahr – verbunden mit einer besonders starken Nachfrage insbesondere in Asien – bis zum schrittweisen Kohleausstieg, der in vielen Ländern vollzogen wird. Der Kohleausstieg erfordere nicht nur einen verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien, sondern weise zumindest mittelfristig auch Gaskraftwerken eine stärkere Rolle im Energiemix zu. Das zeige sich auch am erhöhten Kapazitätsbedarf der Verteilnetzbetreiber und Kraftwerksbetreiber in Süddeutschland.
Prognose: Preise bleiben hoch
Die Fernleitungsnetzbetreiber gehen davon aus, dass die ungewöhnlich hohen Preise für Erdgas an den europäischen Märkten auch den Winter 2021/2022 prägen werden. Nach dem Höchststand am 07.10.2021 von 113,73 EUR/MWh hat sich der Preis im neuen Marktgebiet Trading Hub Europe (THE) auf immer noch hohem Niveau um die 85 EUR/MWh stabilisiert.
Dennoch sehen die FNB, was die Versorgungssicherheit in den Wintermonaten angeht, keinen Anlass zur Sorge. „Nach Bewertung aller Parameter gehen wir davon aus, dass die Gasinfrastrukturbetreiber die Versorgung für die kommende Kälteperiode sicher und zuverlässig gewährleisten können. Die Grundlage dafür bildet unser 40.000 Kilometer umfassendes Netz, die angeschlossenen Speicher, hoch technologisierte Steuerungssysteme und kontinuierliches Monitoring. Nicht zuletzt stehen dafür die rund 5.000 Mitarbeitenden unserer Mitgliedsunternehmen, die in diesem Jahr viele Projekte und Maßnahmen für eine zuverlässige Gasversorgung in Deutschland umgesetzt haben“, so Gößmann.
Flexibilität bleibt gewahrt
Ein wichtiger Indikator für die sichere Versorgung sind die Speicherfüllstände. Zum 01.11.2021 lagen diese bei 68 Prozent. „Natürlich halten wir die aktuell unterdurchschnittlichen Füllstände den Winter über sorgfältig im Blick, um im Zweifelsfall schnell reagieren und auf bewährte Sicherungsinstrumente zurückgreifen zu können,“ erklärt Gößmann. „Zur Zeit sehen wir ausreichend Flexibilität für die Abdeckung der Leistungsspitzen in der Gasversorgung und bei der Beschaffung von Regelenergie.“ (amo)



