Ein LNG-Tanker vor der norwegischen Küste

Ein LNG-Tanker vor der norwegischen Küste

Bild: © Timon/AdobeStock

Sind 40 Euro pro Megawattstunde (MWh) Erdgas über die nächsten Jahre hinaus die neue Normalität? Davon geht offensichtlich der norwegische Staatskonzern Equinor aus. Zum Vergleich: In den 2010er-Jahren galt ein Durchschnittspreis von knapp 20 Euro pro MWh als üblich.

"Wir glauben an einen sehr volatilen Preis", zitiert der Branchendienst Montel Vizepräsident Kjetil Hove. Aber ja, ein Preis von 30 bis 40 Euro pro MWh sei auf lange Sicht das, was sein Unternehmen erwarte. "Wir sprechen auch von einem Zeithorizont über 2035 hinaus."

Norwegen Profiteur hoher Gaspreise

Ein Gaspreis von dauerhaft mehr als 30 Euro pro MWh dürfte dem norwegischen Konzern in die Karten spielen. Er schickt selbst gefördertes Erdgas vor allem über Pipelines nach Europa.

Dadurch sind die Transportkosten deutlich geringer als bei Flüssigerdgas, wo das geförderte Gas etwa in den USA oder Katar erst verflüssigt und von einem Tanker transportiert werden muss. Nach Ankunft an einem europäischen Hafen muss LNG erst regasifiziert werden, um in die Netze eingespeist werden zu können. Norwegen gilt nach dem Aus Russlands als wichtigster Pipelinelieferant für Zentraleuropa. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stammten im vergangenen Jahr 43 Prozent der importierten Mengen aus dem skandinavischen Land.

Steigende Gaspreise am Montag

Am Montag stiegen die Gaspreise zunächst wieder. Am Nachmittag lag der Frontmonat am niederländischen Handelsplatz TTF bei rund 38 Euro pro MWh. Vor allem neue Unsicherheiten über mögliche weitere Attacken im Nahen Osten nach dem Schlagabtausch zwischen der libanesischen Terrormiliz Hisbollah und Israel trieben die Preise wieder etwas nach oben.

Als preisdämpfend wirkt weiterhin die gute Versorgungslage in Deutschland. Die deutschen Gasspeicher sind inzwischen im Durchschnitt zu 94 Prozent voll, die größte Anlage im niedersächsischen Rehden sogar zu 96 Prozent.

Klaus Müller "nicht übermäßig besorgt"

Mit Blick auf den kommenden Winter zeigt sich die Bundesnetzagentur deshalb "nicht übermäßig besorgt", wie Präsident Klaus Müller der "Augsburger Allgemeinen" sagte. Gleichwohl gelte der "wiederkehrende Appell, doch bitte vorsichtig mit Gas umzugehen". (aba)

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