Deutschlands Gasspeicher sind in Summe mittlerweile fast zu 100 Prozent voll. Nach Angaben des Branchendiensts AGSI lag der Füllstand Stand 30. Oktober bei 98,8 Prozent.
In absoluten Zahlen lagern in Deutschlands Speichern mehr als 242 TWh Gas – ein Rekordwert. 245 TWh sind maximal möglich.
Preiskluft zwischen Spot- und Terminmarkt
Der hohe Wert dürfte sich auf mehrere Faktoren zurückführen lassen. Zum einen macht der große Preisunterschied zwischen Spot- und Terminmarkt das Einspeichern von Gas sehr attraktiv. Am Dienstagnachmittag kostete Gas für den darauffolgenden Liefertag weniger als 30 Euro pro MWh. Wird das Gas im Dezember wieder ausgelagert, könnten Speichernutzer 120 Euro pro MWh verdienen.
Zum anderen fiel der Gasverbrauch wegen der milden Witterung und zusätzlicher Einsparmaßnahmen in Industrie und Haushalten bislang deutlich geringer aus als in vergangenen Jahren. In der Folge wurde seit dem 18. Juli, als insbesondere Gashändler Uniper aus wirtschaftlichen Gründen in großem Stil ausspeicherte, in Summe durchgehend mehr in deutsche Speicher mehr ein- als ausgelagert.
EWE bei 100 Prozent
Dazu kommt die nach wie vor gute Versorgungslage über norwegisches Pipelinegas und Flüssigerdgas.
Zuletzt meldete die Hälfte der deutschen Speicherbetreiber Füllstände von glatt 100 Prozent. Dazu zählten VNG und EWE, Nummer drei und fünf im Ranking der größten Speicherbetreiber Deutschlands. Die Speicher des Marktführers Uniper waren demnach zu 99,5 Prozent voll.
Rehden zu 92 Prozent gefüllt
Deutlich unter diesen Werten lag weiterhin der Speicherbetreiber Astora, dem die größte Anlage im niedersächsischen Rehden gehört. Diese war zuletzt zu 92 Prozent gefüllt
Die hohen Füllstände trugen dazu bei, dass am Dienstagnachmittag auch die Gaspreise weiter sanken. Der Februarkontrakt lag am Dienstagnachmittag bei knapp unter 129 Euro pro MWh – und damit auch unter dem Vortageswert von 131 Euro pro MWh. (aba)



