Nach einem anhaltenden Preisverfall in den Vorwochen hält sich der Gaspreis aktuell stabil über der 40-Euro-Marke. Die Slowakei setzt sich für eine Fortsetzung der Gastransite durch die Ukraine ein. Ungarn erklärt, eine Lösung für den Gastransit erreicht zu haben und der Deutsche Bundestag entscheidet am Freitag über die Abschaffung der Gasspeicherumlage.
Das deutsche Wirtschaftsministerium hat indes die Abschaffung der Gasspeicherumlage als eines der dringenden Gesetzesvorhaben noch in dieser Legislaturperiode erklärt.
Deutschland hat der Tschechischen Republik die Zusicherung gegeben, die von THE festgesetzte Umlage ab 1. Januar in Höhe von 2,99 EUR/MWh abzuschaffen. Der Bundestag wird am 20. Dezember darüber im Rahmen des Entwurfs für ein Drittes Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes debattieren. Eine Beschlussempfehlung wird erwartet, nachdem Oppositionsführer Friedrich März erklärt hatte, dass die CDU dem Gesetz zustimmen werde.
Slowakei setzt sich für Ukraine-Transit ein
Der größte slowakische Gasversorger SPP gab am 17. Dezember bekannt, dass er mit anderen Energieunternehmen und Industrieverbänden in der Slowakei, Ungarn, Österreich und Italien eine Erklärung unterzeichnet hat, in der er sich für die Fortsetzung des Erdgastransits durch die Ukraine im Jahr 2025 ausspricht.
Neben SPP und Eustream wurde die Erklärung auch vom slowakischen Arbeitgeberverband, der ungarischen Konzerne MOL und MVM, der Österreichischen Industriellenvereinigung, dem ungarischen Arbeitgeber- und Industrieverband und Industriekonzernen aus Italien und Ungarn unterzeichnet.
Dies steht im Widerspruch zur Haltung der Europäischen Kommission, welche sich bereits zuvor dazu erklärt hatte, auf das Ende des Gas-Transits vorbereitet zu sein. Die ukrainische Premierminister Denys Shmyhal erklärte dazu, dass die Ukraine für eine Transitlösung offen ist, sofern diese russisches Erdgas ausschließe.
Gazprombank Sanktionen
Das US-Finanzministerium hatte am 21. November Sanktionen gegen die Gazprombank verhängt. Seitdem ist der Aktienkurs des Unternehmens mit zuletzt 109 US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Januar 2009 gefallen. Vor der Energiekrise war der Aktienkurs auf einen Höchststand über 350 US-Dollar gestiegen.
Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó erkärte am letzten Freitag, dass Ungarn und Bulgarien eine gemeinsame rechtliche wie finanzielle Lösung gefunden haben, die nicht von den Sanktionen betroffen ist, um den Gastransit durch Bulgarien zu sichern.
Die Rolle von Bulgartransgaz
Hintergrund sind die Transitzahlungen Gazproms an Bulgarien, das fast seine gesamte Kapazität auf der BalkanStream Pipeline für Gazprom bis 2039 reserviert hat. Der bulgarische Betreiber Bulgargaz erhält für die Durchleitung nach Serbien und Ungarn monatliche Zahlungen von Gazprom.
Andererseits schuldet Bulgartransgaz der Gazprombank 250 Millionen Euro für den Bau der Gaspipeline. Mit den Sanktionen müssten daher einerseits die Transitzahlung als auch die Rückzahlung für den Bau gestoppt werden. Bulgarien hat bisher die Erklärung des ungarischen Außenministers nicht formal bestätigt. Sollte Bulgarien den Gastransit noch im Dezember einstellen, so könnte dies in Serbien und Ungarn zu massiven Kürzungen und Abschaltungen der Energieversorgung führen.
Unser Kolumnist Joachim Endress ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo. Er analysiert wöchentlich die aktuellen Entwicklungen im Gasmarkt für das ZfK Morning Briefing.
Der Titel seiner letzten Analyse lautet:Gaspreise fallen auf 4-Wochen-Tief



