Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) starten die Konsultation zum Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas). Basis des Konsultationsdokuments zum NEP Gas 2020-2030 ist der im Dezember 2019 von der Bundesnetzagentur (BNetzA) bestätigte Szenariorahmen. Marktteilnehmer können bis zum 29. Mai 2020 ihre Stellungnahme zum NEP Gas abgeben.
Die FNB möchten am 13. Mai 2020 einen webbasierten Workshop durchführen, bei dem der Netzentwicklungsplan Gas 2020-2030 erläutert wird. Ferner planen sie, bis Ende 2030 rund 8,5 Mrd. Euro in den Ausbau der Gasinfrastruktur zu investieren. Dieses Volumen wird vor allem benötigt, um das bestehende Erdgasnetz weiterzuentwickeln. Erste Investitionen sind für die Deckung der Wasserstoffbedarfe aus der Marktpartnerabfrage vorgesehen, teilt Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas mit.
Netzerweiterung und höhere Verdichterleistung
"Der NEP Gas 2020-2030 stellt mit dem Netzausbauvorschlag die grundlegenden Weichen zur Realisierung des visionären Wasserstoffnetzes der FNB", betont Ralph Bahke, FNB Gas-Vorstandsvorsitzender. Die FNB haben die Umsetzung dieser Maßnahmen unter den Vorbehalt einer Änderung der bestehenden gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen gestellt.
Im Ergebnis bestätigt der NEP Gas 2020-2030 die im NEP Gas 2018-2028 enthaltenen Maßnahmen. In Summe schlagen die FNB vor, das Fernleitungsnetz gegenüber dem heutigen Stand um rund 1800 km zu erweitern und neue Verdichterleistung in Höhe von 405 MW zu installieren. Die zusätzlichen Maßnahmen hängen größtenteils mit der Versorgung von Baden-Württemberg, der Anbindung der LNG-Anlagen, den erforderlichen Ausbaumaßnahmen für Grüne Gase und der Versorgungssicherheit der Niederlande zusammen.
Erstmalige Marktgebietszusammenlegung
Erstmalig sollen im NEP Gas 2020-2030 die Kosten der Marktgebietszusammenlegung ermittelt werden. Dabei würden die Kosten für die marktbasierten Instrumente den Kosten eines potenziellen Netzausbaus gegenübergestellt. Aber bei der Veröffentlichung des Konsultationsdokuments werden die Ergebnisse noch nicht vollständig vorliegen. Dies ist auf die umfangreichen Arbeiten und komplexen Berechnungen sowie Analysen zurückzuführen. Diese Ergebnisse sollen stattdessen mit der Erstellung des Entwurfs zum NEP Gas 2020-2030 am 1. Juli 2020 vorliegen. (gun)



