Der Grünenpolitiker Oliver Krischer vermutet, dass Russlands Gaskonzern Gazprom aus politischen Motiven derzeit nicht mehr Gas nach Europa liefert.

Der Grünenpolitiker Oliver Krischer vermutet, dass Russlands Gaskonzern Gazprom aus politischen Motiven derzeit nicht mehr Gas nach Europa liefert.

Bild: © Don Fontjin/Unsplash

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat im Falle einer Betriebsgenehmigung für die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 eine schnelle Lieferung mit Gas zugesichert. Sie könne schon am nächsten Tag beginnen, sagte der Präsident am Donnerstag bei einem Diskussionsforum in der Stadt Sotschi am Schwarzen Meer. Die Befüllung des zweiten Stranges mit Gas werde Mitte bis Ende Dezember abgeschlossen. Die erste Röhre ist bereits mit Gas befüllt worden.

Die Bundesnetzagentur hat bis Anfang Januar Zeit, über eine Betriebserlaubnis für die Röhren zu entscheiden, die jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland liefern sollen. Das sei kein Projekt des russischen Energieriesens Gazprom, fünf europäische Firmen seien daran beteiligt, sagte Putin.

Russland weist Vorwürfe zurück

Er hatte angesichts der Gaskrise in Europa zuletzt mehrfach dafür geworben, dass Nord Stream 2 schnell an den Start geht. Die Gaspreise haben in Europa Rekordwerte erreicht. Kritiker von Gazprom vermuten, dass der Konzern nicht auf die erhöhte europäische Nachfrage reagiere, um eine rasche Inbetriebnahme der Pipeline 2 zu erzwingen. Die russische Seite hatte solche Anschuldigungen zurückgewiesen.

Russland könne den europäischen Markt mit mehr Gas beliefern, sagte Putin. «Ja, das ist möglich.» Er gab der EU einmal mehr die Schuld für die hohen Preise. Gas, das Gazprom gemäß langfristiger Verträge liefere, sei viermal günstiger als auf dem Spotmarkt. (dpa/amo)

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