Schweiz, Genf: Ali Bahreini, Botschafter und Ständiger Vertreter der Islamischen Republik Iran bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen, spricht zu Journalisten.

Schweiz, Genf: Ali Bahreini, Botschafter und Ständiger Vertreter der Islamischen Republik Iran bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen, spricht zu Journalisten.

Bild: © Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Von Pauline Faust

Der Iran betrachtet die Straße von Hormus als "Straße des Friedens", wie der iranische Botschafter, Ali Bahreini, am Mittwoch in Genf erklärte. Auf die Frage, ob Iran den wichtigen Seeweg unter anderem für Öl und LNG, schließen werde, sagte Bahreini, Iran schütze ihn. Wenn jemand anders eine "Straße des Krieges" daraus machen wolle, werde der Iran entsprechend reagieren. Bahreini sprach bei einer Pressekonferenz der Journalistenvereinigung ACANU. Medienberichten zufolge steht eine Schließung der Handelsroute im Raum.

Die Börsenpreise reagierten bereits mit Preisausschlägen. Auch Mittwoch, 18.Juni, stiegen die Gaspreise bis zum Nachmittag wieder deutlich an. Am deutschen THE kommt der Day-Ahead für Mittwoch bei 40,05 Euro je Megwattstunde aus dem Handel, ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Am Terminmarkt bewegte sich der Kontrakt Cal-26 weitgehend seitwärts bei 38,35 Euro je Megwattstunde. Für eine mögliche Behinderung auf der Straße von Hormus haben die Händlern unterschiedliche Szenarien, dementsprechend bewegen sich die Preise.

Signifikante Verwerfungen als Konsequenz

"Über die Straße von Hormus werden rund 18 Prozent der gesamten globalen LNG-Exporte transportiert", kommentierte Marktexperte Joachim Endress, Geschäftsführer von Ganexo. "Eine Kürzung in dieser Größenordnung würde für den Weltmarkt eine signifikante Verwerfung bedeuten."

In der Folge einer Schließung, so Endress, könnten zunehmend mehr LNG-Ladungen aus den USA von Europa zu asiatischen Märkten mit höheren Preisen umgeleitet werden. Dies würde damit das Angebot in Europa verknappen und einen Preiswettbewerb zwischen Europa und Asien entfachen.

Selbst bei einer kurzfristigen Blockade oder Störung der Transportwege ist bereits mit empfindlichen Preisspitzen zu rechnen, warnt er. Eine längerfristige Blockade würde dann sicherlich zu einer größeren Verwerfung an den Märkten führen. (mit dpa)

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