Die Iqony ist ein eigenständiger Teilkonzern der Steag-Gruppe.

Die Iqony ist ein eigenständiger Teilkonzern der Steag-Gruppe.

Bild: © Iqony

Von Daniel Zugehör

Der Energiekonzern Steag Iqony wird am Standort Völklingen-Fenne im Saarland keine Anlage zur Erzeugung von klimaneutralem Wasserstoff errichten. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Damit ist das ambitionierte Projekt "HydroHub Fenne" vorerst vom Tisch.

Geplant war, gemeinsam mit den Partnern Quest One und Vattenfall eine Elektrolyseanlage aufzubauen, die grünen Wasserstoff für die saarländische Industrie liefern sollte. Diese sollte bis zu 8700 Tonnen Wasserstoff jährlich bei einer Leistung von rund 53 Megawatt liefern. Quest One baut Elektrolyseure und gehört zu Everllence, vormals MAN Energy Solutions. Der Konzern hat nach eigenen Angaben bereits erhebliche Vorleistungen in die Planung investiert.

Rahmen reichte nicht

Am Ende hätten jedoch die Rahmenbedingungen nicht gestimmt. "Ein Wasserstoffprojekt dieser Größenordnung braucht verlässliche Abnahmerouten, eine angemessene Risikoteilung, vergleichbare Wettbewerbsbedingungen in Frankreich und Deutschland sowie einen wirtschaftlich tragfähigen Rahmen", erklärte ein Sprecher von Steag Iqony gegenüber der ZfK. Und: "Unter den gegebenen Bedingungen waren diese Kriterien – leider – nicht für uns realisierbar."

Deutscher Strom, teurer Strom

Besonders die hohen Strompreise in Deutschland seien ein entscheidender Hinderungsgrund gewesen. Die Herstellung von Wasserstoff per Elektrolyse sei extrem energieintensiv, so der Sprecher. Während Deutschland international zu den teuersten Stromstandorten zählt, könnten Wettbewerber in Nachbarländern deutlich günstiger produzieren. "Das führt dazu, dass Wasserstoffprojekte in Deutschland bei inländischem Strombezug kaum wettbewerbsfähig sind."

Das Projekt war von der EU-Kommission als "Important Project of Common European Interest" (IPCEI) ausgewählt worden. Dafür wurde ein Förderbescheid über 100 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln ausgestellt. Abgerufen hat der Konzern die Gelder aber nicht.

Zwar hätte die Förderung die Investitionskosten gesenkt, nicht aber die wirtschaftlichen Risiken – etwa bei der Beschaffung von Grünstrom oder der Abhängigkeit von externen Abnehmern. Der Konzern betont, man befinde sich in "konstruktiven Gesprächen" über eine mögliche "Weiterentwicklung beziehungsweise Modifikation der beabsichtigten Förderung".

Transformation weiter im Blick

Trotz des Rückzugs aus dem Wasserstoffprojekt sieht sich Steag Iqony weiter auf "grünem Wachstumskurs". Im Saarland investiert das Unternehmen derzeit in den Ausbau der Fernwärmeschiene Saar, einer neuen intelligenten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (iKWK) in Camphausen, in die Modernisierung von Grubengasmotoren in Fenne sowie in Batteriespeicher und moderne Gaskraftwerke. Zudem wurde jüngst die Übernahme der Uniper Wärme vereinbart.

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