Im zurückliegenden Winter wurde mehr Flexibilität aus LNG als aus den Gasspeichern entnommen. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von LNG für den europäischen Markt aber auch dessen globaler Exposition. Ein Überblick über den zurückliegenden Winter 2025.

Gasverbrauch elf Prozent niedriger als im Vorjahresmonat

Mit insgesamt 396 Terawattstunden (TWh) lag der Gasverbrauch in Europa im Monat März 2026 rund elf Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats März 2025. Grund waren die an einigen Tagen ungewöhnlich hohen Temperaturen.

In Deutschland lag die durchschnittliche Tagestemperatur im März bei 8,1 Grad Celsius und damit rund 3 Grad über dem saisonalen Durchschnitt. In der ersten Monatshälfte lagen die Tagesmittel zum Teil über elf Grad Celsius und damit bis zu sieben Grad über der Norm.

Nach der Kältewelle im Februar hatte sich damit die Situation für den Gasmarkt schnell geändert. Die Sorgen um die leeren Gasspeicher verpufften mit den warmen Temperaturen und wurden durch weitaus größere Sorgen des beginnenden Irankriegs abgelöst.

Winter 2025 wärmer als saisonale Norm

Infolge der hohen Temperaturen im März lag die durchschnittliche Tagestemperatur in Deutschland im gesamten Winter 2025 (Oktober 2025 bis März 2026) bei 5,7 Grad Celsius und damit rund 1 Grad höher als die saisonale Norm.

In Europa lag der Gasverbrauch im zurückliegenden Winter bei insgesamt 2780 TWh; in Deutschland bei knapp 600 TWh und damit rund ein Prozent höher als in der Vorjahresperiode.

Wachsende Bedeutung von LNG

Die Netto-Ausspeicherungen zeigten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode im zurückliegenden Winter mit insgesamt 624 TWh rund elf Prozent schwächer als im Vorjahreszeitraum (Winter 2024: 696 TWh). In Deutschland wurden netto insgesamt 137 TWh ausgespeichert (Winter 2024: 170 TWh).

Die Bedeutung von LNG als Flexibilitätsreserve hat auch im zurückliegenden Winter zugenommen. Insgesamt sendeten die europäischen LNG-Terminals 958 TWh aus, was einem Plus von rund 20 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entsprach (Winter 2024: 795 TWh).

LNG fast gleichauf mit Pipelinelieferungen

Bei einem Gasangebot von insgesamt 2895 TWh im Winter 2025 stellte LNG damit rund 33 Prozent des Gesamtangebots in Europa.

Der für Europa größte Pipelinelieferant Norwegen stellte insgesamt 667 TWh bereit. Die Pipelinelieferungen insgesamt (zzgl. der Lieferungen aus Algerien, Russland, Aserbaidschan und Libyen) lagen bei 1015 TWh. Die Pipelinelieferungen machten damit rund 35 Prozent aus und damit nur knapp mehr als LNG.

Wachsende Bedeutung des Lieferanten USA

An den europäischen LNG-Importen wurden im zurückliegenden Winter insgesamt rund 815 LNG-Tankerlieferungen importiert. Dies waren circa 90 Lieferungen mehr als noch im Winter 2024.

Größter Lieferant waren die USA mit insgesamt 466 Lieferungen, was einem Marktanteil von rund 57 Prozent entsprach. Russland lieferte insgesamt 107 Tankerlieferungen (13 Prozent), Norwegen 58 Lieferungen (7 Prozent), Katar 48 Lieferungen (6 Prozent) und Algerien 39 Lieferungen (5 Prozent).

Gemessen am Gesamtangebot stieg damit der Marktanteil der USA in Europa auf rund 18 Prozent und war damit nach Norwegen (23 Prozent) der zweitgrößte Lieferant für Europa.

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