Katherina Reiche ist seit Januar 2020 Westenergie-Chefin.

Katherina Reiche ist seit Januar 2020 Westenergie-Chefin.

Bild: © Westenergie

Von Ariane Mohl

Der Nationale Wasserstoffrat (NWR) will gemeinsam mit dem belgischen Wasserstoffrat (Belgian Hydrogen Council) und dem Wasserstoffverband der Niederlande (NLHydrogen) den Wasserstoff-Hochlauf voranbringen. Dazu haben die drei Organisationen einen 5-Punkte-Aktionsplan zur Förderung der Marktentwicklung für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff veröffentlicht. Dieser will die aktuellen Herausforderungen adressieren.

Nötig seien einheitliche, internationale Standards, Normen und Zertifizierungen. Diese würden einen grenzüberschreitenden Handel mit Wasserstoff und seinen Derivaten überhaupt erst möglich machen. Die Vereinfachung etwa des Delegierten Rechtsakts aber auch der RED III sei eine Grundvoraussetzung, um den Markt für sauberen Wasserstoff in Gang zu bringen. Zudem brauche es schnellere Genehmigungsverfahren.

Kostenlücke schließen

Ebenso dringend müsse es nun darum gehen, die Kostenlücke zwischen der Angebotsseite und der Nachfrageseite zu schließen. Es brauche Investitionssicherheit für alle Marktteilnehmer. Das Papier listet eine Reihe von Instrumenten auf, wie CCfDs und Auktionen der Europäischen Wasserstoffbank oder H2Global. Die Verzahnung der einzelnen nationalen Mechanismen und ihre Integration in den europäischen Kontext müssen beschleunigt werden, um die Effizienz der Finanzierung zu maximieren.

Darüber hinaus müsse der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur zügig vorangetrieben werden. Dazu gehören laut der Analyse neben den Importterminals für den schiffsgestützten Import von Wasserstoff und seinen Derivaten auch nationale und grenzüberschreitende Wasserstoffpipelines und Wasserstoffspeicher. Die Abstimmung der nationalen Planungen unter den Mitgliedsstaaten sei dabei von entscheidender Bedeutung. Eine Grundvoraussetzung für den Auf- und Ausbau der Infrastruktur sei ein Finanzierungsrahmen mit ausreichend attraktiven Risiko- und Renditeprofilen für Investoren.

In Fachkräfte investieren

Schließlich müsse es auch darum gehen, den Wissenstransfer im Bereich Wasserstoff zu fördern und in die Ausbildung der erforderlichen Fachkräfte zu investieren. Diese Investitionen in das Humankapital seien ebenso wichtig wie die technologischen Fortschritte selbst, heißt es in dem Bericht.

Belgien, Deutschland und die Niederlande sind für 30 Prozent der industriellen Produktion und 40 Prozent des aktuellen Wasserstoffverbrauchs in Europa verantwortlich sind. Die drei Länder sind aufgrund ihrer industriellen Stärke, ihrer geografischen Lage und ihres Engagements für den Aufbau eines Wasserstoff-Backbones wichtige Akteure beim Markthochlauf.

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