Fünf Projekte haben es beim Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft auf das Siegertreppchen geschafft, wie die vier Branchenverbände ASUE, BDEW, DVGW und Zukunft Erdgas sowie die diesjährigen Partner Wintershall Dea, Uniper und VNG mitteilten.
In der Kategorie „Effiziente Energiekonzepte“ gewann die Graforce GmbH. Das Unternehmen hat für das Berliner Mercure Hotel „MOA Berlin” eine Wärmeversorgung mit negativer CO2-Bilanz entwickelt. Dazu wird mittels des Verfahrens der Methan-Plasmalyse Biomethan (CH4) in Wasserstoff (H2) und Kohlenstoff (C) zerlegt.
Aus dem Wasserstoff produziert das Hotel mit modifizierten Brennwertkesseln und einem Blockheizkraftwerk emissionsfrei Wärme und Strom. Der anfallende feste Kohlenstoff dient als Industrierohstoff und kann im Rahmen einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft zum Beispiel zur Kunststoffherstellung genutzt werden.
LNG statt Diesel
Im Bereich „Mobilität & Verkehr“ setzten sich die CM Fluids AG und der Flughafen München durch. Hier ging es um Bio-LNG im sogennanten Range-Extender-Einsatz als Upgrade für Dieselbusse, die in München zwischen Flugzeug und Terminalgebäude unterwegs sind.
Bei den „Innovativen Produkten“ hatte die Robert Bosch GmbH die Nase vorn. Mit der neuen, modular aufgebauten Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC-Technologie) setzt Bosch nach Überzeugung der Jury neue Maßstäbe bei Leistung und Flexibilität. Sie kann sowohl mit Erdgas bzw. Biogas als auch mit Wasserstoff betrieben werden.
Wirkungsgrad steigern
Den Preis für „Forschung & Entwicklung“ teilen sich das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und die TU Dresden. Im Zentrum des Gemeinschaftsprojekts steht einmal mehr Wasserstoff. Mit dem Projekt „MADAGAS“ untersuchen die Forscher des HZDR, wie sich vom Wasserstoff erzeugte Gasblasen früher lösen und aufsteigen können. Dadurch lassen sich die Wirkungsgrade der Anlagen erheblich steigern, so die Wissenschaftler.
Die EVM-Gruppe holte sich den Titel in der Kategorie „Klimaschutz & Kommune“. In der Begründung der Jury heißt es, dass diese mit dem „Gasnetz 2040“ ein ganzheitliches Konzept verfolge, um so die Gaswende regional zu gestalten.
Schon seit 1999 arbeiten der Energieversorger, Unternehmen, Hochschulen und Bürger erfolgreich zusammen. Das Spektrum der Maßnahmen reiche vom Betrieb einer Erdgasentspannungsturbine und Biogasanlagen mit angeschlossenen Einspeiseanlagen bis zur Netzautomatisierung und der Gestaltung eines intelligent verknüpften Stromnetzes. (amo)


