Der Deutsche Wetterdienst sagt sinkende Temperaturen voraus.

Der Deutsche Wetterdienst sagt sinkende Temperaturen voraus.

Bild: © Shutterstock

Während sich die Gasspeicher leeren kommt die Winterkälte zurück. Jetzt warnen Experten: Womöglich muss viel mehr LNG importiert werden, um die Sicherheitsvorgaben der Europäischen Union (EU) einhalten zu können – und auf den nächsten Winter vorbereitet zu sein.

Schon zum Jahresbeginn waren die Speicher aller EU-Länder nur zu 61 Prozent gefüllt. "Das liegt – mit Ausnahme des Krisenjahres 2022 – unter den Werten der Vorjahre 2016 bis 2025", mahnt das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln.

Rehden zu 90 Prozent leer

Derzeit beträgt der aggregierte Speicherfüllstand nur noch etwas mehr als 44 Prozent, in Deutschland sind es sogar weniger als 36 Prozent. Deutschlands größter und in der gleichnamigen Gemeinde gelegene Speicher Rehden ist momentan zu knapp 90 Prozent leer.

Das belegen die Daten der europäischen Speicherbetreiber auf der Transparenzplattform AGSI. Die Plattform wird regelmäßig aktualisiert.

Es bleibt frostig

Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren die europäischen Speicher zu annähernd 56 Prozent gefüllt, die deutschen zu mehr als 58 Prozent – Rehden über 35 Prozent. Das und die Kältewelle in Europa und den USA lassen zudem die Gaspreise steigen.

Laut Deutschem Wetterdienst werden die Temperaturen in den nächsten Tagen auch hierzulande wieder sinken, in Vorpommern zum Beispiel auf minus zehn Grad in der Nacht zum 2. Februar. Sollte dieser Trend anhalten, wird mehr Gas benötigt – teuer oder nicht.

Bis zu 120 TWh nötig

Eine Kälteperiode bis März könnte eine zusätzliche Gasnachfrage von bis zu 120 Terawattstunden (TWh) bedeuten, hat das EWI ausgerechnet.

Damit die EU nicht die kritische Marke von zehn Prozent Gasreserve unterschreitet, "müssten die europäischen LNG-Importterminals ihre Auslastung auf bis zu 90 Prozent steigern". Im Jahr 2025 waren es im Durchschnitt 58 Prozent.

Erforderlich wäre, die Terminals ab April kontinuierlich hoch auszulasten.

"Erforderlich" wäre außerden, die Terminals ab April "kontinuierlich" hoch, das heißt zu "mehr als 80 Prozent" auszulasten – um die Gasspeicher "nach diesem Winter wieder auf das EU-Zielniveau von 90 Prozent zu Beginn der Heizperiode zu bringen", betont das Institut.

Und das hat seinen Preis. Zwar seien die europäischen LNG-Importkapazitäten auf heute rund 2000 TWh pro Jahr ausgebaut worden. Doch "bleibt die Beschaffung der Mengen eine Frage der Zahlungsbereitschaft", ist das EWI überzeugt.

Eine Frage der Zahlungsbereitschaft

Denn aktuell seien bloß etwa 30 Prozent des europäischen LNG-Bedarfs durch Langfristverträge gesichert. Der Großteil müsste daher am globalen Spotmarkt erworben werden, wo Europa in direktem Wettbewerb mit dem asiatischen Markt stehe.

Zum Wochenstart lag Preis für eine Megawattstunde Gas an der Handelsplattform TTF zeitweise bei 43,15 Euro – plus 7,7 Prozent gegenüber der Vorwoche. Die niederländische Plattform gilt als zentraler Handelspunkt für Europa.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper