Ob Fernwärme wie hier dargestellt oder auch Nahwärme, viele Stadtwerke sehen hier ihr Zukunftgeschäft. (Symbolbild)

Ob Fernwärme wie hier dargestellt oder auch Nahwärme, viele Stadtwerke sehen hier ihr Zukunftgeschäft. (Symbolbild)

Bild: © Christian Charisius/dpa

Eine neue Datenbank soll den Thüringer Kommunen bei ihrer Fernwärmeplanung und dem Ausbau der Netze helfen. Das Angebot der Thüringer Energieagentur stehe ab Ende April zur Verfügung, teilte das Thüringer Ministerium für Umwelt und Energie in Erfurt mit. 

Das sogenannte Wärmekataster enthalte den Wärmebedarf und -verbrauch aller beheizten Gebäude im Freistaat. Die Daten seien ausschließlich den Kommunen für deren gesetzliche Pflicht zur Wärmeleitplanung zugänglich. Sie könnten nur an Fachplaner weitergegeben werden.

Das Angebot vereinfache für die Kommunen und ihre Planungsbüros die Datenrecherche immens und verringere Aufwand und Kosten, erklärte Energieminister Tilo Kummer (BSW). Städte und Gemeinden bekämen von der Energieagentur die für sie relevanten Daten - einschließlich des zukünftigen Einsparpotenzials durch energetische Sanierungen.

Daten auch für einzelne Straßenzüge 

"Mit den Daten, die den Kommunen bislang zur Verfügung stehen, ist eine realistische Abschätzung der Leistungs- und Liefermengen für künftige Wärmenetze meist nicht möglich", sagte der Geschäftsführer der Energieagentur, Dieter Sell. Das ändere sich mit der neuen Wärmebedarfsdatenbank. Daten gebe es für bestimmte Gebiete oder Straßenzüge. 

Thüringen hat laut Ministerium im Sommer 2024 die Vorgaben des Bundesgesetzes für Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung in Landesrecht umgesetzt. Größere Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen danach bis Mitte 2026 eine Wärmeplanung erstellen, kleinere bis Mitte 2028. Sie erhalten dafür in Thüringen eine Kostenerstattung aus der Landeskasse - allein im vergangenen Jahr etwa 8,8 Millionen Euro. 

Nach einer Studie des Umweltverbands WWF hat der Freistaat im bundesweiten Vergleich ein gut ausgebautes Fernwärmenetz, das ohne Kohle als Energieträger auskommt. 2023 waren rund 25 Prozent der Haushalte im Freistaat an das etwa 458 Kilometer lange Netz angeschlossen. Der deutsche Durchschnitt beim Fernwärmeanteil der Haushalte liegt laut WWF bei 15 Prozent. (dpa/amo)

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