Rheinenergie-Vorsitzender Feicht (li.) und der Vorstandschef von MAN Energy Solutions, Uwe Lauber, bei der Vetragsunterzeichnung.

Rheinenergie-Vorsitzender Feicht (li.) und der Vorstandschef von MAN Energy Solutions, Uwe Lauber, bei der Vetragsunterzeichnung.

Rheinenergie AG

Von Daniel Zugehör

In Köln nimmt eines der größten nachhaltigen Energieprojekte Europas Gestalt an: die mit 150 Megawatt (MW) Leistung größte Flusswasser-Wärmepumpe des Kontinents. Rheinenergie hat jetzt gemeinsam mit MAN Energy Solutions den Liefervertrag für das insgesamt 280 Millionen Euro teure Vorhaben unterzeichnet. Das Projekt wird mit 100 Millionen Euro von Bund und EU gefördert.

Ab Ende 2027 soll die Anlage 50.000 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme versorgen. "Wir setzen auf die Technik der Wärmepumpe, weil sie erprobt, bewährt, zuverlässig und äußerst effizient ist", betont Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der Rheinenergie.

Blaupause für andere

Die innovative Anlage nutzt die thermische Energie des Rheins, um Wasser für das Fernwärmenetz der Stadt auf bis zu 110°C zu erhitzen. Dabei arbeitet das System mit einem natürlichen Kältemittel und wird elektrisch angetrieben. Das Kölner Projekt könnte dabei als Blaupause für weitere Städte dienen.

Uwe Lauber, Vorstandschef von MAN Energy Solutions, greift das Bild des Wärmemarktes als schlafenden Riesen auf: "Schätzungen zufolge lassen sich allein 39 Millionen Tonnen CO₂ durch die Dekarbonisierung der Fernwärme einsparen."

Schlüssel zur Energiewende?

Flusswärmepumpen bieten großes Potenzial für eine nachhaltige Energieversorgung. Neben Köln setzen bereits andere deutsche Städte auf diese Technologie, beispielsweise Hamburg. Am Standort Tiefstack soll eine 60-MW-Flusswärmepumpe künftig die Wärme aus der Elbe nutzen.

Und in Mannheim etwa betreibt die MVV Energie seit 2023 die bis dato größte Flusswasser-Wärmepumpe Europas. Dass das Potenzial dieser Technologie in Deutschland groß ist, belegen auch Studien.

Baubeginn und nächste Schritte

Noch sind Genehmigungsverfahren und Vorbereitungsarbeiten im Gange. Der Bau beginnt in den kommenden Monaten auf einem Gelände am Niehler Hafen. "Wir dekarbonisieren an der Quelle der Wärme", betont Feicht. "Das ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende und eine spürbare Entlastung für Mieterinnen und Mieter."

Wenn alles nach Plan läuft, soll die Kölner Flusswärmepumpe Ende 2027 in Betrieb gehen – und als Leuchtturmprojekt für eine klimafreundliche Zukunft dienen.

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