Die Flugsicherung stellt neben der Vereinbarkeit mit dem Naturschutz eine der zentralen Hürden eines zügigen Windkraftausbaus dar – bis jetzt. Viele der Drehfunkfeuer, die zur Navigation für den Luftverkehr dienen, werden nun modernisiert. So sollen Flächen für etwa 700 MW neue Windkraftleistung frei werden.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat am Freitag vermeldet, dass es die Deutsche Flugsicherung bei der Umrüstung von Drehfunkfeuern (CVOR) auf modernere Doppler-Drehfunkfeuer-Anlagen (DVOR-Anlagen) finanziell unterstützen wird. Es werden die finanziellen Mittel für die Modernisierung von acht CVOR-Anlagen bereitgestellt. Damit soll die Umrüstung sofort beginnen und bis 2025 abgeschlossen sein, heißt es aus Peter Altmaiers Ministerium.
Neue Berechnungsmethode etabliert
Der Bundeswirtschaftsminister erledigt damit kurz vor dem Ende der Legislaturperiode einen weiteren Punkt auf seiner To-do-Liste zur Stärkung der Windkraft an Land von Oktober 2019. Die Erschließung neuer Flächen in der Nähe von Drehfunkfeuern hat bereits vor über zwei Jahren angefangen. Im Projekt „WERAN plus“ (Wechselwirkung von Windenergieanlagen und terrestrischer Navigation/Radar“) der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wurde eine neue Berechnungsmethode für die Störwirkung von Windturbinen auf Doppler-Drehfunkfeuer untersucht.
Mit Erfolg: Seit vergangenem Sommer verwendet die Deutsche Flugsicherung diese Methode. Laut BWE wurde so 187 Windkraftanlagen von 198 beantragen Anlagen zugestimmt. Das BMWi gab am Freitag an, dass allein dadurch 700 MW Windkraftleistung genehmigt werden konnten. Da die Berechnungsmethode nur für DVOR-Anlagen gilt, ist die Umrüstung alter Drehfunkfeuer auf moderne Technik nun so wichtig. (lm)


