Die Bundesnetzagentur ist eine Behörde mit Sitz in Bonn.

Die Bundesnetzagentur ist eine Behörde mit Sitz in Bonn.

Bild: © Bundesnetzagentur

Nachdem die Bundesnetzagentur (BNetzA) plant, dass Netzbetreiber im Fall einer drohenden Netzüberlastung Geräte drosseln dürfen, hat nun ein breites Verbändebündnis dies in einem offenen Brief an die Behörde als überzogen und einseitig kritisiert.

Ihrer Meinung nach bringt das erhebliche Einschränkungen für die Verbraucher:innen mit sich. Nötig seien daher Obergrenzen für solche Notfall-Abdrosselungen sowie zusätzliche Maßnahmen, um eine Netzüberlastung präventiv zu vermeiden, zum Beispiel zeitvariable Stromtarife oder Flexibilitätsentgelte.

Um das Problem aber bei der Wurzel zu packen und nicht nur Notfälle aufwendig zu verwalten, sind nach Ansicht der Autoren ein umfassender Ausbau und eine Digitalisierung der Stromnetze unter Einhaltung des Datenschutzes zwingend erforderlich.
 

Zeitvariable Stromtarife sollen nach Ansicht der vzbv Abhilfe schaffen

„Notfallmaßnahmen sind richtig. Den Notfall zu verhindern aber auch. Zeitvariable Stromtarife würden einen Anreiz setzen, um das E-Auto oder die Wärmepumpe dann aufzuladen, wenn viel Strom im Netz ist", sagte etwa Ramona Pop, Vorständin beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Das würde eine Überlastung der Netze vermeiden, den Netzausbau kostengünstiger machen und den privaten Haushalten Geld sparen, so Ihre Meinung.

"Zeitvariable und flexible Stromtarife sind die deutlich bessere Alternative zur Leistungsdrosselung. Die Energiewende wird nur gelingen, wenn die Verbraucher:innen sie auch annehmen“, erklärte sie

BWP: Planbare und zeitlich begrenzte Steuerung nötig

Kritik gab es auch vom Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe Martin Sabel: „Der Wärmepumpenhochlauf ist in vollem Gange, was sich unweigerlich auch auf unsere Stromnetze auswirken wird. Es ist daher umso wichtiger, zum Beispiel Wärmepumpen aufgrund ihrer Fähigkeit zur flexiblen Betriebsweise als Teil der Lösung einer erneuerbaren und integrierten Energiewelt zu betrachten." Dass eine zeitweise Abschaltung bzw. Leistungsreduktion der Geräte ohne Komfortverluste funktioniere, zeigen die zahlreichen Wärmepumpenanlagen, die bereits heute dem Netzbetreiber die Wärmepumpe als Flexibilitätsoption zur Verfügung stellen, so Sabel. "Dennoch muss diese Form der Steuerung planbar und weiterhin zeitlich begrenzt sein.“

Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne), erklärte: „Anstatt die Leistung zu drosseln sollten die Netzbetreiber den Netzausbau vorantreiben und die gefährdeten Netzstränge vorrangig digitalisieren. In der Zwischenzeit ist die BNetzA am Zug, lokale Flexibilität zu ermöglichen, damit Probleme erst gar nicht entstehen. Paragraf 14c regelt über Marktmechanismen, wer z.B. bei dringendem Bedarf."

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