Strom- und Gaskunden müssen im kommenden Jahr mit deutlichen Kostensteigerungen rechnen.

Strom- und Gaskunden müssen im kommenden Jahr mit deutlichen Kostensteigerungen rechnen.

Bild: © dermauber/AdoeStock

Die Bundesnetzagentur rechnet nicht mit Problemen bei der Stromversorgung im kommenden Winterhalbjahr 2023/24. «Die Stromversorgung im nächsten Winter ist so sicher wie wir es seit vielen Jahren gewohnt sind», sagte Behördenpräsident Klaus Müller am Freitag laut einer Mitteilung.

Herausfordernd für die Systemstabilität sei nicht eine sogenannte Dunkelflaute, sondern wegen eines noch unzureichenden Netzausbaus eine Situation mit hohem Verbrauch im Süden und sehr viel erneuerbarer Erzeugung im Norden. «Das zeigt erneut, dass ein rascher Netzausbau für die Energiewende wesentlich ist und die Netzsicherheit erhöht.»

 

Die Netzagentur bestätigte am Freitag die sogenannte Netzreserve für den kommenden Winter, die zuvor von den Übertragungsnetzbetreibern ermittelt worden war. Demnach wurde ein Bedarf an Reservekraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 4616 Megawatt ausgewiesen.

Zahlreiche Redispatch-Maßnahmen im vergangenen Halbjahr

Kraftwerke der Netzreserve sollen helfen, Überlastungen im Übertragungsnetz zu verhindern. So werden bei einem drohenden Engpass Erzeugungsanlagen vor dem Netzengpass heruntergeregelt oder abgeschaltet. Gleichzeitig werden im Süden, wo der Strom gebraucht wird, Reservekraftwerke hochgefahren.

Dieser Ausgleichsmechanismus wird auch «Redispatch» genannt. Die Anwendung ist nicht ungewöhnlich: So wurden zwischen Oktober 2022 und Mitte April 2023 von den Übertragungsnetzbetreibern an 117 von 197 Tagen Redispatch-Maßnahmen durch deutsche Netzreservekraftwerke angefordert. (dpa/hoe)

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